Archivradio - Geschichte in Originaltönen

Eklat durch Gedenkrede Philipp Jenningers anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht

10.11.1988 | Die Rede von Bundestagspräsident Philipp Jenninger in Erinnerung an die Novemberpogrome 1938 stand von Anfang an unter keinem guten Vorzeichen. Im Vorfeld gab es ein ziemliches Gerangel unter den Bundestagsfraktionen, wie groß die Gedenkstunde ausfallen sollte, wer reden darf und wer nicht. Nicht reden durfte Heinz Galinski, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Das hatte die Unions-Fraktion blockiert. So redet allein Philipp Jenninger - und sein Versuch, die Judenverfolgung verstehen und erklären zu wollen, wird dann als so unangemessen empfunden, dass er tags drauf zurücktreten muss. Hier die komplette Rede.

Bundestagspräsident Philipp Jenninger sitzt nach seiner Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht am 10.11.1988 neben der Schauspielerin Ida Ehre, die eine Hand vor das Gesicht hält, schwarzweiß
38 Min. | 9.11.2019