Der Tag

Alte Bekannte - Hessens rechte Szene | Hintergrund zum Fall Lübcke

Ein Regierungspräsident, der sich zu christlicher Nächstenliebe gegenüber Flüchtlingen bekannte, wird ermordet. Ein Rechtsextremer, der zuletzt unauffällig lebte, dessen Vorstrafenregister und Verbindungen aber umso auffälliger sind, wird als Tatverdächtiger festgenommen. Namen rechtsextremer Gruppen tauchen auf, zu denen der Beschuldigte Stephan E. Kontakt gehabt und als deren Mitglied oder Unterstützer er Verbrechen begangen haben soll: Bekannte Namen wie der NSU, aber auch weniger bekannte wie "Combat 18". LKA und Bundesanwaltschaft ermitteln und haben jetzt offenbar im Visier, was viele Ermittler vielleicht allzu lange nicht auf dem Schirm hatten. Und auch unabhängig vom Fall des ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke gibt es einige Fragen, die dringend geklärt werden müssen: Wie stark sind rechtsextreme Gruppen hier bei uns in Hessen? Wie eng und wie effizient arbeiten sie zusammen? Laufen die Ermittlungen gegen sie wirklich in jedem Fall "auf Hochtouren", wie es immer heißt, oder werden sie gebremst von Polizeibeamten, die mit der rechten Szene sympathisieren? Dass es solche Beamte gibt, darauf deuten z.B. die Drohbriefe an eine Frankfurter Anwältin hin - mit Daten, die anscheinend von einem Polizeicomputer abgerufen wurden. Fest steht: Es gibt und es gilt einiges aufzudecken an rechtsextremen Aktivitäten in Hessen - im Netz und auf Demos, in Hinterzimmern und im Untergrund.

Ein Teilnehmer einer geplanten Wahlkampfveranstaltung der NPD trägt in Wetzlar einen Pullover mit der Aufschrift "Division Hessen"
54 Min. | 21.6.2019