Der Tag

Dein Feind und Helfer - Rechtsextreme bei der Polizei

Am Anfang stehen Morddrohungen gegen eine Frankfurter Rechtsanwältin und ihre Tochter, unterschrieben mit "NSU 2.0". Sie bringen die Polizei auf eine Spur, die bei ihr selber endet. Ein Kreis Frankfurter Polizistinnen und Polizisten fliegt auf, die sich rechtsextreme Botschaften zuschicken. Im Juni 2019 wird ein Beamter aus diesem Kreis verhaftet, unter dem Verdacht, die Drohschreiben mitverfasst zu haben. Das ist abstoßend genug, aber einige weitere Vorkommnisse haben den Verdacht erregt, dass es sich nicht um Einzelfälle handeln könnte. Gegen weitere hessische Polizisten wird ermittelt - zwei Beamte aus dem mittelhessischen Kirtorf sollen den Hitlergruß gezeigt haben, ein Dieburger Polizist hat Daten an eine Neonazi-Frau weitergeleitet und ist inzwischen verurteilt. Die konkreten Fälle vermischen sich mit einem diffusen Verdacht, der vor allem im Zusammenhang mit den NSU-Morden entstanden ist: dass die Behörden rechtsextreme Gewalt übersehen oder nicht entschlossen verfolgen. Die zögerliche Informationspolitik der hessischen Landesregierung gibt solchen Mutmaßungen weitere Nahrung. Gibt es bei der Polizei rechtsradikale Netzwerke? Oder zumindest eine Neigung, rechtsextreme Kollegen zu decken? Der Verdacht ist nicht neu, denn Polizisten wird generell gerne eine Gesinnung rechts der Mitte unterstellt. Lässt er sich bestätigen - oder entkräften?

Polizei-Uniformen
51 Min. | 19.9.2019