Der Tag

Grönland - das gönn ich mir! | Ein zweifelhaftes Immobiliengeschäft

"Im Grunde wäre es ein großes Immobiliengeschäft", meint Donald Trump. Da hatte er gerade mit seinen Beratern über die Möglichkeit gesprochen, Grönland zu kaufen. Verkäufer wäre in diesem Fall Dänemark, aber die Dänen wollen das Filetstück in bester Nordatlantiklage mit strategischem Potential und höchstens ein wenig Sanierungsbedarf nicht herausrücken. Trump ärgerte das so sehr, dass er gleich mal seinen Dänemark-Besuch abgesagt hat. Denn die Vereinigten Staaten hatten bisher ein gutes Händchen bei solchen Geschäften: 1803 erwarben sie von Frankreich die Kolonie Louisiana, ein Viertel des heutigen Staatsgebietes, und 1867 kauften sie noch mal eben Alaska dem finanziell klammen russischen Reich ab - voll mit Bodenschätzen und militärisch sehr günstig gelegen. Florida war im Austausch gegen andere Gebiete von den Spaniern zu haben, und sogar den Dänen haben die USA schon mal Land abgekauft: aus den drei Inseln der Kolonie Dänisch-Westindien wurden so 1917 die Amerikanischen Jungferninseln. Generell galt in der frühen Neuzeit, als sich die heutigen Staatsgebiete bildeten: was du nicht erobern kannst, das musst du eben tauschen oder kaufen. Es handelt sich beim Immobilienhandel mit Ländern also offenbar um ein friedliches Instrument der sonst eher konfliktträchtigen Geopolitik. Wäre es nicht an der Zeit, es wieder damit zu versuchen?

Grönlands Küste
52 Min. | 22.8.2019