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Kopfschuss und rechter Applaus | Der Tod von Walter Lübcke und seine Folgen im Netz

Kopfschuss und rechter Applaus - ein Tod und die Folgen im Netz | Es geschah auf einer Terrasse im nordhessischen Wolfhagen-Istha. Ein Schuss aus nächster Näher in den Kopf. Nichts spricht für Suizid. Viel mehr weiß man noch nicht über den Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Auch nicht, ob die Tat einen politischen Hintergrund hatte. Den rechten Trollen im Netz ist das egal. Sie feiern den Tod Lübckes in den Sozialen Kanälen mit Beschimpfung und Häme. "Selbst schuld, kein Mitleid", schreibt einer von ihnen auf Facebook. Nachdem sich Lübcke 2015 klar für eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Kassel ausgesprochen hatte, wurde der CDU-Politiker für viele Rechte ein rotes Tuch. Bei einer Bürgerversammlung wehrte er sich gegen menschenfeindliche Zwischenrufe: Er stelle sich gegen alle, die ihre Verachtung unseres Staates artikulierten. Dafür wurde er monatelang zum Ziel rechter Hassbotschaften. So stellt sich nach seinem Tod nicht nur die Frage, wer ihn erschoss, sondern auch, wie man dem Hass rechter Trolle im Netz entgegen treten kann.

Walter Lübcke
51 Min. | 5.6.2019