Der zweite Gedanke

Grenzen des Sagbaren - Wer sind die Feinde der Öffentlichkeit?

Die Debatte mit Paula-Irene Villa Braslavsky und Bernd Stegemann, moderiert von Svenja Flaßpöhler und Natascha Freundel Eine Koproduktion von rbbKultur und Philosophie Magazin. Nachzulesen im Philosophie Magazin Nr. 03/2021 "Die Öffentlichkeit und ihre Feinde", so heißt das neue Buch von Bernd Stegemann. Für den Philosophen und Dramaturgen ist insbesondere die Identitätspolitik für die Begrenzung des Sagbaren verantwortlich, mit der Folge, dass Personen, die diese Grenze überschreiten, gecancelt, also boykottiert würden. Paula-Irene Villa Braslavsky widerspricht energisch. Die Identitätspolitik habe Stimmen erst hörbar und im öffentlichen Raum präsent gemacht, so die Soziologin, die aus München zugeschaltet ist. Bernd Stegemann: "Wenn ich darauf fokussiere, wer spricht und nicht, was gesagt wird, bin ich in der Gefahr, dass wesentliche Dinge, die für die Öffentlichkeit wichtig sind, nicht mehr gehört werden können, weil zuvor die Sprecherposition abgewertet wurde." Paula-Irene Villa Braslavsky: "Diese Idee, bislang hatten wir einen gemeinsamen öffentlichen Raum, und nun kommen einige, die das in Frage stellen, ist ja eine falsche Wahrnehmung desssen, wie Öffentlichkeit und politischer Raum bislang funktionierten." Bernd Stegemann: "Die Öffentlichkeit und ihre Feinde", Klett-Cotta 2021, 384 S., 22 Euro

Buchstabenwürfel zeigen die Worte Cancel Culture © imago images / U. J. Alexander
46 Min. | 10.3.2021