Der zweite Gedanke

Zerrissenes Amerika? - Nach den Präsidentschaftswahlen

Die Debatte mit Natascha Freundel, Susan Neiman und Jürgen Neffe Zwei Tage nach der US-Wahl Trump vs. Biden ist die Philosophin Susan Neiman erschüttert: Darüber, dass fast die Hälfte der Amerikaner für Trump gestimmt hat. Die Direktorin des Potsdamer Einsteinforums, die im US-Bundesstaat Georgia aufgewachsen ist, wirft den USA vor, sich nie mit der eigenen Geschichte von Kolonialismus und Rassismus auseinandergesetzt zu haben. Jürgen Neffe, preisgekrönter Autor von Biographien zu Einstein, Darwin und Marx, betrachtet Trump als personifizierte "Krankheit unserer Zeit", in der Wahrheit und Lüge austauschbar seien. Neiman schlägt einen überraschende Medizin gegen den Trump-Faschismus vor: "Von den Deutschen lernen", konkret von der deutschen Vergangenheitsaufarbeitung. Susan Neiman: "Der Ausgang der Wahlen von 2016 verdankt sich zu einem großen Teil dem Umstand, dass Amerika sich nicht seiner eigenen Geschichte gestellt hat." Susan Neiman: "Von den Deutschen lernen", Hanser Berlin 2020 Jürgen Neffe: "Das Ding. Der Tag, an dem ich Donald Trump bestahl", Europa Verlag 2020

US-Wahl - Trump-Unterstützer Arturo Matos (l) und Biden-Unterstützer Victor Salcedo © David Santiago/Miami Herald/dpa
35 Min. | 4.11.2020