Dokumentation und Reportage

Tom Schimmeck: Der Wahrheit verpflichtet

Viele Journalisten und ihre Medien sind mit wachsenden Zweifeln und offenem Hass konfrontiert. Schon erklären Autokraten klassische Medien und ihre Macher zu "Feinden des Volkes". Mancherorts müssen Journalisten um ihr Leben fürchten, werden verhaftet oder ermordet - auch in Europa. Einen "weltweiten Angriff auf Journalisten und den Journalismus" diagnostiziert Arthur Gregg Sulzberger, Herausgeber der New York Times, "auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information, auf demokratische Grundwerte, auf das Konzept der Wahrheit an sich". Wie kam es dazu? Was haben etablierte Medien selbst zu diesem Vertrauensverlust beigetragen? Zerstören Konkurrenzdruck und Sparzwang die Qualität ihrer Berichterstattung? Macht sie selbstverliebtes Storytelling, das auch vor Fälschungen nicht zurückschreckt, unglaubwürdig? Was ist wahr, was fake? Mit welchen Methoden werden Fakten überhaupt überprüft? In vielen Ländern verliert das Publikum zunehmend sein Vertrauen in die klassischen Medien. Längst bieten neue Plattformen, vor allem im Internet, "alternative Fakten", die perfekt auf Geist und Lebensgefühl ihrer jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten sind. Fakten werden dort gezielt durch Emotionen ersetzt, Wahlkämpfe per WhatsApp oder Facebook gesteuert. Das ARD radiofeature beleuchtet die Erosion medialer Wahrheit in Zeiten grassierender Empörung, viral verbreiteter Verschwörungstheorien und massenhafter Fälschung an konkreten Beispielen und lässt Journalisten aus aller Welt zu Wort kommen.

52 Min. | 26.1.2020