Kaiser Franz Joseph I. testete 1900 auf der Weltausstellung in Paris das "Telegraphon", eine Art Anrufbeantworter
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Kaiser Franz Joseph testet den ersten "Anrufbeantworter"

Archivradio - Geschichte im Original · 03.01.2023 · 2 Min.
Kaiser Franz Joseph I. testete 1900 auf der Weltausstellung in Paris das "Telegraphon", eine Art Anrufbeantworter
Erscheinungsdatum
03.01.2023
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20.9.1900 | Ende des 19. Jahrhunderts gab es Telefone und es war auch schon möglich, Klänge und Sprache aufzuzeichnen, etwa auf einer Wachswalze. 1898 wurden beide Techniken kombiniert. Geboren waren die ersten Anrufbeantworter. Eins der Modelle war das Telegraphon des Wiener Erfinders Waldemar Poulsen. Es besteht, wie frühere Aufnahmegeräte, aus einer Walze, allerdings wird der Ton nicht auf Wachs festgehalten, sondern elektromagnetisch. Um die Walze war ein Draht gewickelt, ursprünglich eine Klaviersaite. Man sprach in ein Mikrofon, das elektrische Ströme erzeugt. Alternativ ließ sich auch ein Telefon anschließen. Die elektrischen Ström aktivieren einen Elektromagneten, der sich entlang des Drahtes bewegt und diesen wiederum magnetisiert. Kaiser Franz Joseph selbst darf das Telegraphon testen, am 20. September 1900 auf der Pariser Weltausstellung. Nachdem er in seiner Sprachaufnahme sein Interesse bekundet, folgt ein Nachsatz von Hofrat Wilhelm Exner. Exner hatte das Gerät für das österreichisch-ungarische Handelsministerium erworben und dankt dem Kaiser für die Gnade, in den Apparat gesprochen zu haben. In Deutschland wird die Erfindung ab 1903 von der Phonographen Gesellschaft Krefeld vermarktet - kann sich aber auf dem Markt nicht durchsetzen. Kaiser Franz Joseph: "Diese neue Erfindung hat mich sehr interessiert, und ich danke sehr für die Vorführung derselben" Nachsatz von Hofrat Wilhelm Exner: "Seine Majestät der Kaiser hatte die Gnade, diese Worte anläßlich höchstseines in der Ausstellung der österreichischen Erwerbungen auf der Pariser Weltausstellung in den Apparat zu sprechen."