Die Künstler der Brücke im kolonialen Kontext im Brücke-Museum Berlin © Fabian Sommer/dpa 
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Kunst und Kolonialismus. Zum Beispiel "Brücke"

Der zweite Gedanke · 10.02.2022 · 46 Min.
Die Künstler der Brücke im kolonialen Kontext im Brücke-Museum Berlin © Fabian Sommer/dpa 
Erscheinungsdatum
10.02.2022
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Die Debatte mit Natascha Freundel, Ibou Coulibaly Diop und Andreas Kilb --- "Kunst, wenn sie keine Hofkunst ist, kann immer ein Moment der Utopie enthalten." Andreas Kilb --- "Längst überfällig!", "Ich bin von diesem Tribunal entsetzt!", "Großartig kontextualisierende Ausstellung!", "Ideologisch verkorkst, kaum besser als die Nazis!", "Was ist die Freiheit der Kunst?" Die Einträge im Gästebuch zur Ausstellung "Whose Expression?" im Berliner Brücke-Museum zeigen, wie sehr diese Schau polarisiert. Erstmals werden die Expressionisten Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff in den Kontext des deutschen Kolonialismus gestellt. Schon jetzt - anderthalb Monate nach ihrer Eröffnung - zählt die Ausstellung mehr als doppelt so viele Besucher wie die letzte Schau im Brücke-Museum vor der Corona-Pandemie. Waren die Mitglieder der "Brücke"-Gruppe, die das "Ursprüngliche", die "Einheit von Mensch und Natur" suchten, kolonialistische Künstler, die sich das Fremde aneigneten, ohne sich für dessen Kultur und Würde zu interessieren? Müssen wir so weit gehen zu sagen: Ohne Kolonialismus kein Expressionismus? Wieso werden heute Werktitel umbenannt? Und finde Dekolonisierung nur in Museen statt? -- Andreas Kilb, Kulturredakteur der FAZ, betont die Freiheit und emanzipatorische Kraft der Kunst, gerade in den Werken der "Brücke". -- Ibou Coulibaly Diop, Literaturwissenschaftler und Dekolonisierungsexperte, wünscht sich neue Erzählungen, die verschiedene Perspektiven gleichwertig aufeinander beziehen: "Erzählungen, die unsere Gesellschaften so erzählen, wie sie sein sollten, und nicht nur wie sie sind". --- Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/derzweitegedanke --- Schreiben Sie uns Ihre Gedanken an derzweitegedanke@rbbkultur.de