Eine Frau mit schwarzen Haaren steht in einem Raum mit weißen Stühlen und Bildern an der Wand.
MDR KULTUR

Viola Heß über die Rettung des Ringelnatzhauses Wurzen

Gespräche · 22.07.2023 · 45 Min.
Eine Frau mit schwarzen Haaren steht in einem Raum mit weißen Stühlen und Bildern an der Wand.
Erscheinungsdatum
22.07.2023
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2008 tritt Viola Heß in den Ringelnatz-Verein Wurzen ein und ist ab 2010 dessen Vorsitzende. Das Leben und Werk des Hans Gustav Bötticher alias Joachim Ringelnatz wollen die mehr als 130 Mitglieder in die Öffentlichkeit tragen. Kleinkunst, Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und zahlreiche andere Veranstaltungen rund um Joachim Ringelnatz tragen dazu bei. Ein umfangreiches QEuvre, viele ironisch, satirisch, humorvolle Zeilen hat der Schriftsteller, Kabarettist und Maler Ringelnatz hinterlassen. Seefahrer war er auch und ruheloser Mensch hinzu. Mit dem Renteneintritt 2016 machte sich Viola Heß die Rettung des Ringelnatz-Geburtshauses in Wurzen zur Aufgabe, mit dem Ziel, daß der Verein es einmal übernehmen und betreiben kann. Mit unendlicher Beharrlichkeit, sehr viel Arbeit und zahlreichen Unterstützern, u.a. durch die Stadt Wurzen selbst, ist dies gelungen. Am 21. April 2023 konnten das sanierten Geburtshauses als sächsisches Literatur- und Kunsthaus in Wurzen feierlich und in Anwesenheit namhafter Gäste eröffnet werden. Ein nationaler Gedenkort, eine Forschungsstätte und anregendes künstlerisches Zentrum im Sinne des Dichters wurde geschaffen. Am 04. August beginnt der alljährliche Ringelnatzsommer im neuen Ambiente. Eröffnet wird das Festival zum 140. Geburtstag des Wurzener Stadtdichters vom Schirmherrn des Ringelnatzsommers 2023, von Josè F.A. Oliver, Präsident des PEN-Zentrums Deutschland. In Glauchau wurde Viola Heß 1950 geboren. Nach dem Schulbesuch in Oschatz und Rosswein nahm sie von 1966 bis 1970 ein Pädagogikstudium auf, um als Grundschullehrerin zu arbeiten, wechselte dann aber in den Journalismus. Viola Heß war von 1970 bis 1983 redaktionelle Mitarbeiterin, später Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung und absolvierte ab 1972 berufsbegleitend ein Fernstudium welches sie 1976 als Diplom-Journalistin abschloß. 1983 bis 1990 war sie wissenschaftliche Assistentin an der Universität Leipzig und promovierte. 1990 wurde Viola Heß Mitbegründerin des "Wurzener Tageblatt", ab 1994 Chefredakteurin. 1995 zieht die Familie von Leipzig nach Wurzen. Mit der Zusammenlegung der "Nachrichten aus Grimma" entsteht die "Muldentalzeitung", die Ende der 90er Jahre von der LVZ übernommen wird. Bis 2007 ist Viola Heß Redaktionsleiterin der LVZ in Wurzen und Grimma. In einer beruflichen Neuausrichtung als Projektmanagerin untersucht sie von 2007 bis 2010 die Mulde-Region auf Potential für die Gründung eines Naturparks und von 2011 bis 2016 entwickelt sie den nationalen Geopark Porphyrland Steinreich in Sachsen und die erste Bewerbung als UNESCO-Geopark. Mitwirkende Redaktion: Angelika Zapf