Hintergrund · Weggesperrt und ruhiggestellt. Serbiens vergessene Kinder

Strahinja Milisavac neben vielen Bildern an der Wand.
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Weggesperrt und ruhiggestellt. Serbiens vergessene Kinder

Hintergrund · 29.09.2021 · 15 Min.
Strahinja Milisavac neben vielen Bildern an der Wand.
Erscheinungsdatum
29.09.2021
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Sendung

Menschenrechtler deckten im Sommer 2021 eklatante Missstände in serbischen Behindertenheimen auf. Wenn Vladimir aus Rakovica bei Belgrad ins Heim Trbunje in Südserbien zurückmuss, weint er und wehrt sich mit Händen und Füßen. Der junge Mann hat eine geistige Behinderung. Sein Vater unternimmt alles Menschenmögliche, um seinen Sohn anderswo unterzubringen. Doch das scheint unmöglich, denn in Serbien gibt es keine soziale und finanzielle Unterstützung für Familien mit Kindern mit Behinderungen. Heime dagegen bekommen für jeden Betreuten Geld und haben sehr viel Macht. Sie entscheiden sogar über das Besuchsrecht der Eltern. "Serbiens vergessene Kinder" - so heißt der Bericht über Heime für Menschen mit Behinderung, der Ende Juni 2021 viele Menschen in Serbien erschüttert hat. Die amerikanische Menschenrechtsorganisation "Disability Rights International" untersuchte acht Einrichtungen in Serbien, in denen rund 780 Menschen leben. "Es ist die Hölle", wird ein Mitarbeiter zitiert. Der Bericht spricht teilweise von regelrechter Folter. Kinder mit schwerer Behinderung werden mit Medikamenten ruhiggestellt. Sie liegen in vergitterten Betten, ohne Therapie oder bewegt zu werden, was lebensgefährlich sein kann. Hinzukommen verdreckte oder fehlende Toiletten, mit Blut und Fäkalien stark verschmutzte Matratzen und überbelegte Räume.