Im Gespräch · Digitalisierung in der Arbeitswelt: Warum Analphabeten auch bei einfachen Jobs immer häufiger Probleme bekommen

Auszubildende arbeiten im Daimler-Ausbildungszentrum in einem neuen Industrie-4.0-Labor an einem Modelbau, der eine moderne Automobilproduktionsstraße darstellen soll.
SWR Aktuell

Digitalisierung in der Arbeitswelt: Warum Analphabeten auch bei einfachen Jobs immer häufiger Probleme bekommen

Im Gespräch · 08.09.2021 · 5 Min.
Auszubildende arbeiten im Daimler-Ausbildungszentrum in einem neuen Industrie-4.0-Labor an einem Modelbau, der eine moderne Automobilproduktionsstraße darstellen soll.
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08.09.2021
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Etwa 7,5 Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig lesen oder schreiben - in Baden-Württemberg sind es 750.000. Am heutigen Weltalphabetisierungs-Tag wird darauf aufmerksam gemacht, dass diese Personengruppe nicht richtig am Leben teilnehmen kann. "Wenn wir etwas nicht wissen, dann googeln wir es mal schnell", sagt Knut Becker, Leiter Landesfachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung in Baden-Württemberg. Analphabeten hätten diese Möglichkeit nicht. Hinzu komme, dass durch die Digitalisierung in der Arbeitswelt jetzt auch bei früher rein manuellen Tätigkeiten das Lesen und Schreiben vorausgesetzt werde. Es sei für Analphabeten immer öfter notwendig, "mit einer Maschine zu interagieren. Das heißt: sie müssen sich schriftsprachlich äußern, schriftliche Informationen aufnehmen und diese verarbeiten. Da ist dann meistens Schluss." Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler erzählt der Experte, wie der Schokoladenhersteller Ritter Sport im baden-württembergischen Waldenbuch Mitarbeiter in der Produktion geschult hat, damit sie lesen und schreiben lernen, um Konfier-Automaten bedienen zu können. Eine solche Maschine wird bei der Produktion von Schokolade verwendet.