Leeres Supermarktregal mit Schild Toilettenpapier / Küchenrolle Max 2 Mal pro Haushal
SWR Aktuell

Hamstern gegen das Gefühl von Kontrollverlust

Im Gespräch | 02.11.2020 | 4 Min.
Leeres Supermarktregal mit Schild Toilettenpapier / Küchenrolle Max 2 Mal pro Haushal
Erscheinungsdatum
02.11.2020
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Mit dem "Lockdown light" wird auch wieder gehamstert. Schon in der vergangenen Woche standen Menschen wie im Frühjahr vor leeren Supermarktregalen für Toilettenpapier, Küchenrollen, Nudeln, Mehl, Öl usw., weil andere eingekauft hatten, als gäbe es morgen nichts mehr. Was steckt dahinter? "Wer sich bedroht fühlt, neigt viel eher zu absichernden Einkäufen und absicherndem Verhalten", sagt Britta Krahn, Professorin für Markt-, Finanz- und Sozialpsychologie an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Studien aus dem Frühjahr hätten ergeben, dass das eigene Angstempfinden bei Hamsterkäufen eine entscheidende Rolle spiele. Durch die steigenden Infektionszahlen und die neuen Einschränkungen komme "die Bedrohung sehr stark zurück" und das subjektive Angstempfinden nehme zu. Bilder vor allem in den sozialen Medien würden diesen Effekt verstärken. Ergebnis sei ein klassisches "Herdenverhalten", das man "beim Entstehen einer Spekulationsblase an der Börse" genau so sehe "wie beim Toilettenpapier im Supermarkt". Die Menschen fühlten sich außerdem "hilflos dem ausgesetzt, was jetzt über mich kommt". Hamsterkäufe seien dann ein Versuch, diesen empfundenen Kontrollverlust auszugleichen, erklärt Britta Krahn im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Alina Braun.