Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker, spricht im Bundestag zu Medienvertretern.
SWR Aktuell

Lauterbach (SPD): "Froh, dass EMA bei Impfstoffzulassung eingelenkt hat"

Im Gespräch | 15.12.2020 | 5 Min.
Karl Lauterbach (SPD), Gesundheitspolitiker, spricht im Bundestag zu Medienvertretern.
Erscheinungsdatum
15.12.2020
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Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach begrüßt, dass die Europäische Arzneimittelagentur EMA schon am 21. Dezember und damit acht Tage früher als bislang geplant über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer entscheiden will. Lauterbach sagte im Radioprogramm SWR Aktuell: "Ich finde, die Entscheidung ist richtig. Vieles, was bekannt war, ist sogar schon veröffentlicht worden. Was man von vorläufiger Wirksamkeit und Sicherheit von diesem Impfstoff wissen musste, das wusste man." Auch die Verfahren bei der zuständigen US-Behörde FDA und bei der englischen Zulassungsbehörde hätten hohe Qualität. "Mich hat es überrascht, dass es so lange dauern würde. Insofern bin ich froh, dass man eingelenkt hat." Der SPD-Gesundheitspolitiker erwartet nicht, dass die vorgezogene Zulassung zu Verunsicherung führen könnte. "Die Daten zum Impfstoff sind ja öffentlich zugänglich." Man wisse, dass der Impfstoff kurzfristig kaum Nebenwirkungen habe. "Wir haben bei fast 20.000 Geimpften keinen einzigen schweren Zwischenfall gesehen." Langfristige Nebenwirkungen kenne man noch nicht. Das sei aber bei jedem Impfstoff so. "Bei keinem Impfstoff können Sie langfristige Nebenwirkungen ausschließen, bevor er nicht breit auf dem Markt ist. Das wäre auch dann nicht bekannt, wenn der Impfstoff zehn Jahre auf dem Markt ist." Mit der Veröffentlichung des EMA-Gutachtens am kommenden Montag erwartet Lauterbach auch einen umgehenden Beginn der Impfungen in Deutschland: "Wenn die Zulassung am 23. Dezember gekommen wäre, dann hätte ich damit gerechnet, dass am 27. geimpft worden wäre. Jetzt halte ich es für möglich, dass die Impfungen noch am 23. Dezember beginnen können." Das sei ein ganz klares Signal und sehr wünschenswert, so Lauterbach.

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