Im Gespräch · Nachhaltigkeits-Expertin Schickling: Fahrradfahren ist nicht automatisch zukunftstauglich

Fahrradfahrer im Gegenlicht
SWR Aktuell

Nachhaltigkeits-Expertin Schickling: Fahrradfahren ist nicht automatisch zukunftstauglich

Im Gespräch · 01.09.2021 · 4 Min.
Fahrradfahrer im Gegenlicht
Erscheinungsdatum
01.09.2021
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Ist Fahrradfahren nachhaltig? Na klar, wird da wohl jeder sagen. Schließlich bläst ein Rad keine Schadstoffe in die Luft und hält seinen Nutzer fit. Doch so einfach ist es nicht - das hat die Nachhaltigkeits-Expertin und Autorin Katarina Schickling im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler gesagt. Fahrradfahrer hätten zum Beispiel deutlich mehr Unfälle als Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Das sei volkswirtschaftlich von Nachteil - etwa durch hohe Gesundheitskosten und Ausfälle bei der Arbeit. "Immer und uneingeschränkt ist Fahrradfahren aber besser als Autofahren", so Schickling. Bei Elektro-Fahrrädern sei die Sache aber nochmal anders, wegen der Akkus; die darin verbauten Rohstoffe seien problematisch und knapp. Die Expertin rät Nutzern deshalb, E-Bikes längerfristig zu nutzen - also nicht alle zwei Jahre ein neues zu kaufen. Und bei der Entsorgung darauf zu achten, dass der Akku weiter verwertet wird. Das könne beispielsweise ein Wertstoffhof leisten. "Eine weitere interessante Frage: Wo lade ich mein E-Bike?", so Schickling. "Unser Strom-Mix wird immer besser. Und wenn ich in einen Öko-Anbieter investiert habe oder sogar meinen eigenen Solarstrom zuhause habe, dann bin ich auf der richtigen Seite". Als absolut anti-nachhaltig beurteilt die Fachfrau den Platzbedarf von Autos im öffentlichen Raum - zumal ein Auto durchschnittlich 23 von 24 Stunden herumsteht. Warum Schickling in dieser Frage auf die künftige Bundesregierung setzt, hören Sie im Interview. Übrigens: Viele Neuheiten rund ums Rad werden ab heute bei der Fahrradmesse Eurobike in Friedrichshafen präsentiert.