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Wir sind Kirche: "Katholische Kirche an einem Endpunkt"

Im Gespräch · 23.02.2021 · 6 Min.
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Erscheinungsdatum
23.02.2021
Rubrik
Sender
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Die katholischen Bischöfe müssen sich auf ihrer digitalen Frühjahrsversammlung ab heute gleich mit mehreren heiklen Themen beschäftigen: die Kritik am Kölner Bischof Woelki und seinem Umgang mit einer Studie zu sexualisierter Gewalt, die dadurch ausgelösten Massenaustritte und die Forderungen von Initiativen wie "Maria 2.0" nach Geschlechtergerechtigkeit. Christian Weisner, Sprecher der Gläubigen-Initiative "Wir sind Kirche" erwartet von der Bischofskonferenz "nicht viel". Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Stephanie Geißler begründete er das unter anderem "mit dem Format der Veranstaltung: "Es wäre sehr gut, wenn die Bischöfe endlich mal Fachleute einbeziehen würden, dass sie nicht nur alleine (…) wie in einem Konklave verhandeln. (…) Es wäre sehr gut, wenn einfach mehr Öffentlichkeit hergestellt würde." Das Thema sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche bezeichnete Weisner als ein "epidemisches Problem", nicht nur in Deutschland. Bei der Aufarbeitung habe es bisher keine einheitlichen Richtlinien gegeben. Jedes Bistum gebe eigene Untersuchungen nach eigenen Kriterien und Standards in Auftrag. Diese unterschiedlichen Ansätze sind für Weisner ein "Grundproblem". Was den Umgang mit Frauen angeht, sieht er die Kirche an einem "Endpunkt" angelangt. "Die Katholische Kirche, die wirklich die Fragen der Gleichberechtigung so sträflich vernachlässigt hat, die hat in dieser Form lange keine Chance mehr", so Weisner.

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