Kultur aktuell · Liane Bednarz über das Wahlergebnis von CDU/CSU: "Laschet muss auf die Gremien hoffen"

Armin Laschet bei seinem Statement in der CDU-Zentrale des Konrad-Adenauer-Haus in Berlin nach der ersten Hochrechnung für die Bundestagswahl
SWR2

Liane Bednarz über das Wahlergebnis von CDU/CSU: "Laschet muss auf die Gremien hoffen"

Kultur aktuell · 27.09.2021 · 5 Min.
Armin Laschet bei seinem Statement in der CDU-Zentrale des Konrad-Adenauer-Haus in Berlin nach der ersten Hochrechnung für die Bundestagswahl
Erscheinungsdatum
27.09.2021
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Die Hauptverantwortung für die Wahlverluste von CDU/CSU trägt bei deren Spitzenkandidat Armin Laschet. Im Gespräch mit SWR2 meint die Publizistin Liane Bednarz im Rückblick auf den Wahlkampf: "Es hat sich eigentlich gezeigt, dass die Wählerschaft eindeutig (CDU-Parteichef) Söder favorisiert hätte." Laschets Fehler sei gewesen, dass unklar geblieben sei, wofür die Union eigentlich steht - erst die "Trielle" im Fernsehen hätten ein wenig Klärung gebracht. Doch, so Bednarz: "Das war zu spät um aufzuholen." Bednarz bezweifelt, ob sich Laschet in den kommenden Tagen in der Unions-Bundestagsfraktion durchsetzen könne, denn dort gebe es bereits erste kritische Stimmen, wie den Vorsitzenden der Mittelstands-Union, Carsten Linnemann, oder den Außenpolitiker Norbert Röttgen. "Mit Söder würde die Unionsfamilie wesentlich besser dastehen", resümiert Bednarz den Verlust von circa 50 Bundestagsmandaten auf Seite der Unions-Fraktion. Die Juristin, die in zahlreichen konservativen Medien Kolumnen veröffentlicht hat, glaubt, dass sich die Union in manchen Bereichen neu aufstellen muss. So gehe es beim Thema Klimaschutz um die Frage, wo staatliche Invention nötig sei und wo Marktwirtschaft die Dinge regeln könne. Ein zweites Beispiel ist für sie die soziale Gerechtigkeit. Bednarz sagt: "Das war das wichtigste Thema für die Wähler - das hat die Union kaum besetzt. Da muss neu justiert werden unter der Wahrung traditioneller Ansätze". Liane Bednarz hat in Passau und Heidelberg Rechtswissenschaften studiert und arbeitet als Rechtsanwältin in München. Neben juristischer Literatur hat sie auch politische Bücher über die AfD und die "Neue Rechte" bezeichnet. Bednarz bezeichnet sich als "liberal-konservativ" und ist Mitglied der CDU.