Kultur aktuell · Sex- und Machtspiele: Vor 100 Jahren wurde Arthur Schnitzlers "Reigen" uraufgeführt

Illustration zu Arthur Schnitzlers Stück "Reigen", das, obwohl 1900 veröffentlicht, erst 1920 zum ersten Mal aufgeführt wurde.
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Sex- und Machtspiele: Vor 100 Jahren wurde Arthur Schnitzlers "Reigen" uraufgeführt

Kultur aktuell · 23.12.2020 · 9 Min.
Illustration zu Arthur Schnitzlers Stück "Reigen", das, obwohl 1900 veröffentlicht, erst 1920 zum ersten Mal aufgeführt wurde.
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23.12.2020
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Am 23. Dezember wurde in Berlin Arthur Schnitzlers Stück "Reigen" uraufgeführt. Das Stück in 10 Dialogen, die ganz direkte Sex-Szenen sind, führte zu mehreren berühmten Theater-Skandalen vor allem in Berlin und Wien. Die Theater-Skandale um den "Reigen" fallen in einer Zeit, in der künstlerisch einerseits sehr viel gewagt und experimentiert wurde, in der andererseits aber auch konservative Kräfte die "konservative Revolution" ausriefen, sagt der Theaterkritiker Janis El-Bira. Der "Reigen" stand gegen diese Kräfte, als ein Stück, in dem alle Ordnungen aufgelöst scheinen und das Sex in allen sozialen Hierarchien beschreibt. Die sozialen Umstände der sexuellen Beziehungen seien heute ganz andere als zu Zeiten von Arthur Schnitzler. Dennoch habe auch heute Sex mit Macht zu tun, und mit vorgefertigten Bildern davon, wer welche Rolle zu spielen habe. Als Stück über die "Mechanik des Begehrens" habe der "Reigen" uns daher auch heute noch etwas zu sagen, meint Janis El-Bira.