Ostbeauftragter Carsten Schneider
SWR2

33 Jahre Einheit: Ostbeauftragter wünscht sich "echt mehr Interesse"

SWR2 Aktuell · 27.09.2023 · 5 Min.
Ostbeauftragter Carsten Schneider
Erscheinungsdatum
27.09.2023
Sender
Sendung

Gehälter, Vermögen, Eigentum, Führungspositionen - mehr als 30 Jahre nach der Wiedereinigung klafft noch immer eine messbare Lücke zwischen Ost und West. Das zeigt auch der Bericht zur Deutschen Einheit, den der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider, vorgestellt hat. Um zum Beispiel die ungleiche Vermögensverteilung zu erkennen, müsse man nur in seine Heimatstadt Erfurt schauen: "Die wenigsten Häuser in der Innenstadt gehören Erfurtern. Die gehören Leuten, die Geld haben, aus Stuttgart oder Hamburg. Das macht natürlich sauer, wenn du selbst nicht zu Eigentum kommen kannst." Doch nicht nur bei Geld und Macht gebe es eine Kluft: "Ist ja logisch, SWR-Gebiete sind näher an Frankreich als an Sachsen, aber Sachsen ist auch schön und es wäre ganz gut, wenn sich unser Land auch untereinander noch besser kennenlernt. 25 Prozent der Westdeutschen waren noch nie im Osten, was ich für eine irre Zahl halte." Dass der Bericht durchaus auch Erfolgsmeldungen beinhalte, betont der SPD-Politiker im SWR2 Tagesgespräch.