Zwischen Hamburg und Haiti · Früher war mehr Offenheit … China 1987 und 2021

Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) im Jahr 2015 - Menschen auf Fahrrädern fahren am Platz vorbei
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Früher war mehr Offenheit … China 1987 und 2021

Zwischen Hamburg und Haiti · 22.08.2021 · 25 Min.
Der Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) im Jahr 2015 - Menschen auf Fahrrädern fahren am Platz vorbei
Erscheinungsdatum
22.08.2021
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Dethard Fissen erlebte 1987 ein China, in dem sich junge Leute dem Westen öffneten. Steffen Wurzel, ARD Korrespondent erläutert: Heute schottet sich China wieder ab. Von Dethard Fissen und Steffen Wurzel, ARD Studio Shanghai, Moderation: Juliane Eisenführ Dethard Fissen reiste 1987 für "Zwischen Hamburg und Haiti" in ein exotisches, für deutsche Touristen noch sehr fremdes Land. Die Peking-Oper, das Interesse junger Leute an westlicher Kultur, die uralte chinesische Kultur: Das alles faszinierte ihn -bei dem Bestreben, das riesige Land zu verstehen. Der Schwerpunkt der Reise von Dethard Fissen war Peking - heute meistens Beijing. Ihm erschien Vieles widersprüchlich. "Ein Land der jahrhundertelangen Isolation, in dem die Vergangenheit beschworen wird und Ansprüche an die politische Gegenwart formuliert werden. In dem man das Wesen des Sozialismus erkundet und gleichzeitig den Verlockungen der Privatwirtschaft nachgibt." China ist noch heute nicht leicht zu erfassen Das riesige China ist noch heute nicht leicht zu erfassen - bestätigt Steffen Wurzel, seit fünf Jahren ARD-Korrespondent in Shanghai. Doch wo Dethard Fissen 1987 Studierende kennen lernte, die an Demokratie interessiert und demonstrationswillig waren, hat sich die Lage inzwischen geändert. Nachdem 1989 die Demonstrationen am Tian An Men Platz blutig niedergeschlagen wurden ist der Widerstand gebrochen. Man hat sich generell arrangiert - und spricht möglichst wenig über die Vergangenheit. Nicht über die Studentenunruhen, nicht über Maos Kulturrevolution, die Hunderttausende das Leben gekostet hat. China will modern - auch westlich sein China will modern - auch westlich sein - schottet sich aber gleichzeitig wieder viel mehr ab als in den 80er-Jahren, bilanziert Steffen Wurzel im Gespräch mit Juliane Eisenführ. Geblieben sei allerdings der Stolz. Nach wie vor beschwöre man gerne die großartige Vergangenheit des alten China. Der Kontrast zwischen der Reportage von 1987 und den Verhältnissen von heute ermöglicht eine faszinierende Zeitreise.