Hintergrund

Sterben oder Sterben lassen - das Triage-Dilemma in der Pandemie | Doku

Corona-Ernstfall: Intensivstationen sind überlastet. Ärzte können nicht jeden behandeln. Wer entscheidet: Ärzte, Politiker oder das Los? In Italien war das Szenario für kurze Zeit sehr präsent. Der Corona-Ernstfall tritt ein und der kollektive Albtraum: Auf den Intensivstationen gibt es mehr Schwerkranke als Behandlungsmöglichkeiten. Nach welchen Regeln sollen dann Ärzte versuchen, Leben zu retten? Wer legt die Regeln fest: Mediziner, Politiker … oder soll das Los entscheiden? Bei einer Triage müssen Ärzte unmittelbar über Leben und Tod entscheiden: Wer wird medizinisch versorgt und wer nicht. Ein wesentliches Kriterium sind dabei die Erfolgsaussichten einer Behandlung. Bedeutet das "survival of the fittest”? Die intensivmedizinischen Fachgesellschaften haben entsprechende ärztliche Leitlinien erlassen. Angehörige von Risikogruppen wollen das nicht hinnehmen, weil sie glauben, dass sie dann im Ernstfall keine Chance haben. Sie haben deshalb beim Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingelegt, weil der Bundestag den Umgang mit der Triage bislang nicht gesetzlich geregelt hat. Die Beschwerdeführer*innen fühlen sich vom Gesetzgeber durch das Erfolgskriterium diskriminiert. Das Bundesverfassungsgericht hat den Bundestag aufgefordert, Stellung zu nehmen. Der tut sich schwer. Nach Gesprächen im Rechts- und Gesundheitsausschuss will die Mehrheit der Abgeordneten die Triage gesetzlich nicht regeln. Die Debatte hat begonnen und berührt eine moralisch sehr unbequeme Frage: Welches Leben ist uns wann wieviel wert? Die Shownotes zur Folge: S3 Leitlinie zur stationären Behandlung von Covid-19-Patienten https://www.divi.de/aktuelle-meldungen-intensivmedizin/neue-s3-leitlinie-zur-stationaeren-behandlung-von-covid-19-patienten-veroeffentlicht

Auf einer Intensivstation liegt ein Covid-19-Erkrankter im OP und wird behandelt.
28 Min. | 4.3.2021