Hintergrund

Verstoßen, vergewaltigt, verdammt - Leben als "Unberührbare" in Indien | Doku

Das indische Kastensystem ist auch heute noch starr und kann brutal sein. Der gewaltsame Tod einer 19-jährigen Frau hat Indien erschüttert. Eine Spurensuche. Der Tod der 19-jährigen Manisha im September 2020 hat viele Menschen in Indien aufgewühlt. Zwei Wochen lang kämpfte die junge Frau um ihr Leben. Dann erlag sie ihren schweren Verletzungen. Sie wurde Opfer eines brutalen Verbrechens, körperlich schwer misshandelt. Noch in den letzten Stunden vor ihrem Tod soll sie die Namen ihrer Peiniger der Polizei genannt haben. Doch die Polizei interessierte das nicht. Nach dem Tod haben Polizisten noch am gleichen Tag Manisha nachts in ihrem Dorf heimlich verbrannt. Manisha kommt aus der Region Hathras, im Norden von Indien. Und Manisha war eine Dalit, eine "Unberührbare", wie sie früher genannt wurden. Die Dalits stehen im indischen Kastensystem ganz unten. Das Kastensystem ist eine Jahrtausend alte soziale Ordnung in Indien. Es kategorisiert die Menschen von ihrer Geburt an, in hohe und niedrige Kasten. Bis heute ist die indische Gesellschaft an diese starren Regeln gebunden. 95 Prozent der Inderinnen und Inder heiraten nur in ihrer eigenen Kaste. Auch wenn die indische Verfassung "Unberührbarkeit" und Diskriminierung aufgrund der Kaste unter Strafe stellt, können die Dalits vor allem in ländlichen Gebieten der Hierarchie des Kastenwesens nicht entkommen. Manisha ist kein Einzelfall. Polizisten, aber auch Bürgermeister lassen es geschehen, schauen bewusst weg. Die Shownotes zur Folge: Fotogalerie aus Manishas Dorf auf der Sendungsseite: https://www.ndr.de/nachrichten/info/epg/NDR-Info-Hintergrund,sendung1126734.html

Ein Mann, ein Dalit, mit medizinischer Halskrause, einem Buddha-Bild in der Hand in seinem Dorf.
25 Min. | 18.1.2021