Hörbar Rust

"Ich wünschte, ich könnte Gitarre spielen" | Starpianist Igor Levit im Gespräch

Treffen sich ein Synonym-Wörterbuch und eine Gruppe Superlative in einer Hotelbar und schütten sich gegenseitig das Herz aus. „Dieser Levit“ seufzen sie. „Wunderkind. Ausnahmepianist. Jahrhunderttalent. Shootingstar, Superstar, Besessener, Überflieger, genialer Hund. Die Zeitungen überbieten sich seit Jahren. Wo soll das noch hinführen?“ Naja, Kritiker und Publikum jubeln ja nicht grundlos. Wenn sich der 33jährige an den Flügel setzt, passiert etwas Besonderes. Mit ihm, mit den Menschen und mit der Musik. Theoretisch könnte Igor Levit in seiner konzertfreien Zeit auf einer Luftmatratze im Meer liegen und sonst nichts tun, aber das würde nicht zu ihm passen. Er ist aktiv, er ist politisch, er ist unruhig. Als Corona kommt, spielt er per Livestream Abend für Abend über Twitter Hauskonzerte, die weltweit von bis zu 60.000 Menschen verfolgt werden. Und zu unserer Freude treffen wir ihn im Institut Francais im Maison de France, wo ein frisch gestimmter Flügel steht, das kann kein Zufall sein.

Igor Levit, Pianist, vor seiner Auszeichnung durch das Internationale Auschwitz Komitee
73 Min. | 26.4.2020