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Ex-Gefängnisarzt Joe Bausch: "Wer sich umbringen will, dem reichen 10 Minuten"

Die Gefängnisse in Deutschland sind im Umgang mit suizidgefährdeten Häftlingen nach Meinung des pensionierten Gefängnisarztes und "Tatort"-Schauspielers Joe Bausch wesentlich besser aufgestellt als in den USA. Im Radioprogramm SWR Aktuell sagte Bausch, ein entsprechend gefährdeter Häftling könne in Deutschland zum einen mit einem zuverlässigen Mitgefangenen zusammen untergebracht werden. Zum anderen sei eine Begehung der Zelle alle 15 Minuten möglich. Alternativ gebe es auch eine Unterbringung in einer Zelle mit Kameraüberwachung. Nur so könne die nötige 24-stündige Überwachung der gefährdeten Person garantiert werden, erklärt Bausch: "Denn für eine Suizidhandlung reicht ein Zeitfenster von 10 Minuten. Wer sich, wie Epstein, erhängen will - und das ist die häufigste Suizidart im Gefängnis -, da braucht es nur 10-12 Minuten."

Blick in Gefängniszelle mit Schreibtisch
4 Min. | 14.8.2019