Im Gespräch

Kampf gegen Fake News: "Zu wenig und zu langsam"

Die EU-Kommission will, dass Internet-Firmen wie Facebook oder Twitter mehr gegen Desinformation auf ihren Plattformen tun. Deshalb sollen sie künftig monatlich Berichte über ihren Kampf gegen Fake News vorlegen und mit Faktenprüfern zusammenarbeiten. Das soll aber weiterhin auf freiwilliger Basis laufen und nicht geseztlich verpflichtend sein. Alexander Fanta, Korrespondent für netzpolitik.org in Brüssel, hält das nicht für genug. In SWR Aktuell Radio forderte er eine Verpflichtung der Internetkonzerne, solche Informationen herauszugeben. "Vieles, was sie bisher bekannt gegeben haben, ist nicht sehr greifbar und nicht gut genug," so Fanta. Die einzigen, die wirklich wüssten, wie groß das Problem mit Falschinformationen wirklich sei, seien die Plattformen. "Von einem Anrecht darauf, zu sehen was die sehen, sind wir weit entfernt", kritisierte Fanta. Auch die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern hält er für wenig wirksam, wenn sich Lügen und Falschaussagen trotzdem millionenfach verbreiteten. Deshalb sei es wichtig, dass die Online-Unternehmen verpflichtet werden, ihre Informationen zu Fake News herauszugeben, und Facebook, Twitter und Co. müssten unterbinden, dass Verbreiter von Falschinformationen im Internet damit auch noch Geld verdienten, forderte Fanta im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll.

Bildschirmausschnitt mit Button Fake melden
4 Min. | 10.6.2020