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Nach provokanten Corona-Thesen: Droht Palmer bei den Grünen der Rauswurf?

Immer mehr Grüne gehen auf Distanz zum Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer. Der war in der vergangenen Woche mit drastischen Äußerungen zu den Corona-Schutzmaßnahmen bei vielen auf scharfen Widerspruch gestoßen. Palmer hat gesagt: "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären - aufgrund ihres Alters und ihrer Vorerkrankungen." Grünen-Chef Habeck kündigte in der ARD-Talksendung "Anne Will", man werde sich mit der Frage eines Parteiausschlussverfahrens beschäftigen. Co-Chefin Baerbock erklärte, bei einer erneuten Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt in Tübingen oder für eine andere politische Tätigkeit werde Palmer nicht mehr unterstützt. Dem schloss sich die baden-württembergische Landesparteispitze an. Auch der Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer hält Palmers Einlassung für schwerwiegend. Im SWR sagte Niedermayer, das sei nicht eine der für Palmer üblichen "Provokationen". Der Tübinger OB sei "erheblich entgleist." SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel hat mit Oskar Niedermayer über den Fall Palmer gesprochen.

Die Parteispitze der Grünen entzieht Palmer die Unterstützung, nachdem er mit Äußerungen über ältere Corona-Patienten für Empörung gesorgt hat
5 Min. | 4.5.2020