Im Gespräch

Nouripour über Zehn Jahre Arabischer Frühling: "Nur Tunesien hat es hinbekommen"

Heute vor zehn Jahren hat sich der 26-jährige Tunesier Bouazizi selbst verbrannt. Aus Verzweiflung über sein Land und über die Perspektivlosigkeit der jungen Bevölkerung, die zwar in der Überzahl war und noch ist, aber dennoch machtlos. Das hat sich dann geändert, denn Bouazizis Tat gilt als Beginn einer Revolution in Nord-Afrika und im Nahen Osten. Heute, 10 Jahre danach, ist die Frage: Was ist davon noch übriggeblieben? Für den außenpolitischen Sprecher der Grünen, Omid Nouripour ist Tunesien das Land, das seither am weitesten gekommen sei. Nouripour sagte SWR Aktuell: "Tunesien hat unter widrigsten Umständen den demokratischen Aufbruch gewagt und auch hinbekommen." Viele andere arabischen Länder hätten dagegen eine Konterrevolution erlebt, "die ehrlich gesagt auch vom Westen passiv oder aktiv mitgetragen wurde." Als Beispiele nannte Nouripour Ägypten, Syrien und Jemen. Welche Fehler der Westen im Umgang mit dem Arabischen Frühling gemacht hat, sagte Nouripour im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck.

Tunesien, Tunis: Demonstranten gehen zum Jahrestag der Revolution auf die Straßen
3 Min. | 17.12.2020