Im Gespräch

Politik-Expertin Münch: "Söders innerste Überzeugung ist, dass er alles besser macht als andere"

Die Direktorin der politischen Akademie Tutzing, Ursula Münch, sieht den bayerischen Ministerpräsidenten Söder (CSU) wegen der liegengebliebenen Corona Testergebnisse beschädigt. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel sagte Münch, "den Bayern ist ihre vollmundige Ankündigung, alles besser zu machen als der Rest der Republik auf die Füße gefallen. Söder redet ja nicht nur so, dass er alles besser macht, es ist auch seine tiefste innere Überzeugung." Nach Ansicht von Münch hat Söder Gesundheitsministerin Huml schon die ganze Zeit "kritisch beäugt, ob sie das alles richtig macht". Das habe man schon bei früheren Pressekonferenzen gesehen, so Münch. Huml müsse zwar nicht zurücktreten, aber Söder verlagere durchaus Kompetenzen von ihr weg. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml stand unter Druck, weil 44.000 Reiserückkehrer nach freiwilligen Tests an Autobahnraststätten und Hauptbahnhöfen auf Ergebnisse warteten. Die wurden teilweise zu spät versendet. Deshalb wussten bis gestern Abend rund 900 bei der Rückkehr aus dem Ausland positiv getestete Urlauber nichts von ihren Infektionen und haben unter Umständen andere Menschen angesteckt.

Markus Söder (CSU)  und Melanie Huml (CSU)
2 Min. | 13.8.2020