Im Gespräch

Rheinland-Pfalz: weniger Ausbildungsverträge, Qualität bleibt hoch.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sorgt sich um die Berufsausbildung in der Corona-Krise. Im aktuellen Berufsbericht warnt der DGB vor einem "Corona-Crash” und ruft Politik und Wirtschaft dazu auf, um jeden Ausbildungsplatz zu kämpfen. Auch in Rheinland-Pfalz hat die Krise ihre Spuren hinterlassen: die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen, Obermann bestätigt im SWR, dass es bereits einen größeren Einbruch gibt: die Zahl der Ausbildungsverträge sei im April gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zurückgegangen. Trotz der Pandemie ist Obermann zuversichtlich, dass alle Prüfungen ihrer Kammer bis zum Herbst durchgeführt werden können. Falls ein Ausbildungsbetrieb zwischenzeitlich Insolvenz anmelden muss, werde sich die Kammer bemühen, ein Ersatzunternehmen zu finden. Wer jetzt einen Ausbildungsplatz sucht, der solle Kontakt mit der Handwerkskammer und dem Betrieb seiner Wahl aufnehmen. Trotz Corona-Krise würden Praktika angeboten, sagt Obermann und betont, dass die Qualität der Ausbildung unter den außergewöhnlichen Bedingungen der Pandemie nicht schlechter sein muss, auch wenn an den Berufsschulen weniger Präsenzunterricht durchgeführt werde, als gewöhnlich. "Alle geben ihr Bestes - ich bin erst mal optimistisch, dass das gut geht”, meint Anja Obermann. SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck hat mit der Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen gesprochen.

Ein Auszubildender im Tischlerhandwerk bohrt ein Loch in ein Brett. Wegen der Corona-Krise rechnet der Verband Handwerk.NRW damit, dass viele Ausbildungsverträge erst kurz vor Beginn des Lehrjahres abgeschlossen werden.
5 Min. | 6.5.2020