Im Gespräch

Russlandkenner Platzeck: "Im Umgang mit Moskau und Peking gelten unterschiedliche Maßstäbe"

Der Bundestag hat in einer aktuellen Stunden über den Fall des inhaftierten Kreml-Kritikers Nawalny und die Konsequenzen für die deutsch-russischen Beziehungen beraten. Letztere sind nicht erst seit dem Giftanschlag am Tiefpunkt. Vergangene Woche hat Russland drei westliche Diplomaten ausgewiesen, darunter einen Deutschen. Im Gegenzug musste ein russischer Botschaftsangehöriger Deutschland verlassen. Matthias Platzeck, der Vorsitzende des deutsch-russischen Forums, warnte im SWR davor, "emotional und aus dem Augenblick heraus" Politik zu gestalten. Das sei nicht zielführend und führe nicht zu dauerhaften Lösungen, sagte der frühere SPD-Chef: "Partner kann man sich nicht aussuchen. Russland ist die zweitgrößte Atommacht und praktisch unser direkter Nachbar." Das gehöre mit ins Kalkül, wenn es darum gehe, wie man miteinander verfahre. "Das, was wir als Messlatte bei unseren Partnern anlegen, wenn wir das überall anlegen, dann müssen wir bei unseren chinesischen Partnern schon längst alles mit Sanktionen überzogen haben." Hier gebe es unterschiedliche Maßstäbe, kritisierte Platzeck. Was aus seiner Sicht der richtige Umgang mit Russland sei, hat er im Gespräch mit SWR2 Aktuell-Moderator Christian Hauck erklärt.

Matthias Platzeck (SPD), Vorsitzender der Regierungskommission "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit", stellt den Abschlussbericht seiner Kommission in der Bundespressekonferenz vor
6 Min. | 10.2.2021