Im Gespräch

Terror in Wien: "Dschihadistische Ideologie verbreitet wie nie"

Der Politikwissenschaftler Asiem El Difraoui sieht eine nach wie vor hohe Gefahr durch islamistische Terroristen in der ganzen Welt. Der so genannte Islamische Staat in Syrien und dem Irak sei zwar besiegt, das habe an der Bedrohung durch Dschihadisten aber nichts geändert - im Gegenteil. Auch durch soziale Netzwerke sei die dschihadistische Ideologie so weit verbreitet wie nie zuvor, so El Difraoui. Deshalb müsse man sie als "globales und auch gesamt-innereuropäisches Problem betrachten". Auch wenn sich in der Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden länderübergreifend schon viel getan habe, fehlt aus El Difraouis Sicht eine gemeinsame Strategie im Kampf gegen die Ideologie und in der Prävention. Auf diesen Ebenen seien "die inter-europäischen Kontakte noch zu gering". In den einzelnen Ländern würden nur bestimmte Risikogruppen ins Visier genommen: "Die Franzosen schauen auf fragile Einwandererkinder aus den Maghreb-Staaten, die Österreicher schauen eher auf den Balkan, weil durch die Kriege dort ein Radikalisierungspotential herrscht. Aber wir haben keinen Gesamtüberblick", kritisiert El Difraoui. Wie man den bekommen könnte, und was getan werden müsste, um islamistischen Terror zu verhindern, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Alina Braun.

vermummter Dschihadist
7 Min. | 3.11.2020