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ARD Hörspieltage: Hörspiele im Wettbewerb

Kultur

Die Hörspiele aus den Wettbewerben der ARD Hörspieltage: Deutscher Hörspielpreis der ARD, Publikumspreis der ARD Hörspieltage und Deutscher Hörspielpreis - Beste schauspielerische Leistung. Alle Infos zu den ARD Hörspieltagen und die Abstimmung zum Publikumspreis finden Sie unter: hoerspieltage.ard.de

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Adolf Eichmann auf der Anklagebank
26.10.2021

Adolf Eichmann: Ein Hörprozess | Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021

Gewinner Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021. Von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman | Der Prozess gegen Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem schrieb Rundfunkgeschichte. Ganz Israel verfolgte ihn gespannt an den Radio-Apparaten und meldete sich selbst zu Wort. Eine Rekonstruktion. | Mitwirkende: Walter Kreye, Dirk Müller, Veit Schubert, Shelly Kupferberg, Axel Sichrovsky, Vernesa Berbo, Ramona Olasz, Aviran Edri, Orit Nahmias, Benny Claessens, Rainer Sellien, Jaron Löwenberg, Yeva Lapsker, Guy Aviad, Tamar Aviad, Helene Lilien Voigt | Regie: Noam Brusilovsky | Redaktion: Juliane Schmidt | Produktion: rbb/ DLF 2021. Begründung der Jury: "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess" von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman ist ein beeindruckend tiefgründiges Hörspiel, das einen mit zunehmender Bewunderung erfüllt, je öfter man es gehört hat. Formaler Gegenstand des Hörspiels ist der berühmte Prozess, der zwischen April und Dezember 1961 in Jerusalem Adolf Eichmann für seine Verbrechen gegen das jüdische Volk gemacht und der vom öffentlich-rechtlichen Radiosender Kol Israel live übertragen wurde. Die besondere Leistung dieses dokumentarischen O-Ton Hörspiel besteht darin, dass es sich nicht auf die Person Eichmann fixiert, sondern stattdessen die Bedeutung dieses Prozesses für die junge israelische Gesellschaft und die Rolle, die dabei das Radio spielte, eindrücklich aufzeigt und verhandelt. Das Hörspiel arbeitet kunstvoll mit den genuinen radiophonen Mitteln der Prozess-O-Töne, der Stimmen der Hörer:innen und des Jingels von Kol Israel. Das Hörspiel, das zum 50. Jahrestag des Prozessbeginns urgesendet wurde, wird gerahmt von den Erinnerungen des Leiters der Nachrichtenabteilung und inszenierten Szenen der Familie Lifschitz am Abendbrottisch. In Israel und der ganzen Welt versammelten sich die Menschen vor ihren Radiogeräten, um zu hören wie nicht nur Eichmann, sondern dem Nationalsozialismus der Prozess gemacht wurde. Viele überlebende Zeug:innen der Shoah erhielten damals das erste Mal eine öffentliche Stimme, ihnen wurde endlich zugehört und geglaubt. Durch ihre Auswahl und dramaturgische Gestaltung der Prozessberichterstattung im Radio und ihrer Rezeption bringen uns die Macher eine junge demokratische Gesellschaft in intensiver Diskussion um das Schicksal der Juden und die Gegenwart und Zukunft des Staates Israel nahe. So wird zugleich einem radikalen Gegenentwurf eines demokratischen Radios zum gleichgeschalteten Propagandainstrument der Nationalsozialisten ein akustisches Denkmal gesetzt. Die Essenz des Hörspiels spiegelt sich für uns in dem berühmten Zitat des Auschwitz-Überlebenden und Psychotherapeuten Viktor Frankl: "… trotzdem Ja zum Leben sagen." Für diese großartige Leistung an Substanz und Tiefe verbeugen wir uns voller Überzeugung vor den Machern des besten Hörspiels 2021. 

55 Min.

Gewinner Deutscher Hörspielpreis der ARD 2021. Von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman | Der Prozess gegen Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem schrieb Rundfunkgeschichte. Ganz Israel verfolgte ihn gespannt an den Radio-Apparaten und meldete sich selbst zu Wort. Eine Rekonstruktion. | Mitwirkende: Walter Kreye, Dirk Müller, Veit Schubert, Shelly Kupferberg, Axel Sichrovsky, Vernesa Berbo, Ramona Olasz, Aviran Edri, Orit Nahmias, Benny Claessens, Rainer Sellien, Jaron Löwenberg, Yeva Lapsker, Guy Aviad, Tamar Aviad, Helene Lilien Voigt | Regie: Noam Brusilovsky | Redaktion: Juliane Schmidt | Produktion: rbb/ DLF 2021. Begründung der Jury: "Adolf Eichmann: Ein Hörprozess" von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman ist ein beeindruckend tiefgründiges Hörspiel, das einen mit zunehmender Bewunderung erfüllt, je öfter man es gehört hat. Formaler Gegenstand des Hörspiels ist der berühmte Prozess, der zwischen April und Dezember 1961 in Jerusalem Adolf Eichmann für seine Verbrechen gegen das jüdische Volk gemacht und der vom öffentlich-rechtlichen Radiosender Kol Israel live übertragen wurde. Die besondere Leistung dieses dokumentarischen O-Ton Hörspiel besteht darin, dass es sich nicht auf die Person Eichmann fixiert, sondern stattdessen die Bedeutung dieses Prozesses für die junge israelische Gesellschaft und die Rolle, die dabei das Radio spielte, eindrücklich aufzeigt und verhandelt. Das Hörspiel arbeitet kunstvoll mit den genuinen radiophonen Mitteln der Prozess-O-Töne, der Stimmen der Hörer:innen und des Jingels von Kol Israel. Das Hörspiel, das zum 50. Jahrestag des Prozessbeginns urgesendet wurde, wird gerahmt von den Erinnerungen des Leiters der Nachrichtenabteilung und inszenierten Szenen der Familie Lifschitz am Abendbrottisch. In Israel und der ganzen Welt versammelten sich die Menschen vor ihren Radiogeräten, um zu hören wie nicht nur Eichmann, sondern dem Nationalsozialismus der Prozess gemacht wurde. Viele überlebende Zeug:innen der Shoah erhielten damals das erste Mal eine öffentliche Stimme, ihnen wurde endlich zugehört und geglaubt. Durch ihre Auswahl und dramaturgische Gestaltung der Prozessberichterstattung im Radio und ihrer Rezeption bringen uns die Macher eine junge demokratische Gesellschaft in intensiver Diskussion um das Schicksal der Juden und die Gegenwart und Zukunft des Staates Israel nahe. So wird zugleich einem radikalen Gegenentwurf eines demokratischen Radios zum gleichgeschalteten Propagandainstrument der Nationalsozialisten ein akustisches Denkmal gesetzt. Die Essenz des Hörspiels spiegelt sich für uns in dem berühmten Zitat des Auschwitz-Überlebenden und Psychotherapeuten Viktor Frankl: "… trotzdem Ja zum Leben sagen." Für diese großartige Leistung an Substanz und Tiefe verbeugen wir uns voller Überzeugung vor den Machern des besten Hörspiels 2021.