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Camino

Kultur

Reportagen aus der Welt der Kirchen und Religionen. Lebensfragen, Ethik, Theologie.

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23.07.2021

Die große Mutter - Die Matriarchatsforschung erkundet alternative Frauenrollen

In den letzten rund 5.000 Jahren wurden die meisten Kulturen der Welt von Männern dominiert - man spricht vom 'Zeitalter des Patriarchats': Hierarchische Gesellschaften, die auf Konkurrenz, Kontrolle, militärische Gewalt setzten, um ihre Macht durchzusetzen und zu erhalten. Diese Ansätze haben der Welt Ungleichheit und Kriege gebracht, die Biosphäre stark geschädigt und die Hälfte der Menschheit - die Frauen - benachteiligt. Kein Wunder also, dass gerade sie nach Alternativen suchen. In den letzten 50 Jahren entstand daraus die 'Moderne Matriarchatsforschung'. Sie beruft sich einerseits auf archäologische Spuren von vorchristlichen Matriarchaten, sucht andererseits in alten Mythen, Märchen und Legenden nach Hinweisen auf eine andere Rolle der Frauen. Und sie erforscht zudem jene regionalen matriarchalen Kulturen, die es noch heute in China, Indonesien, Indien und bei manchen indigenen Völkern gibt. - "Die große Mutter" - Geseko von Lüpke hat sich für Camino in hr2 kultur mit der Matriarchatsforschung beschäftigt.

25 Min.
16.07.2021

Forschen, debattieren, Identität verhandeln - Über die jüdische, und muslimische Begabtenförderung in Deutschland

Begabtenförderung gilt als wichtiger Baustein guter Bildungspolitik. In Deutschland gibt es zahlreiche Förderwerke, darunter auch zwei, die sich speziell an jüdische und muslimische Menschen richten. Das 2009 gegründete Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk auf jüdischer und das 2012 ins Leben gerufene Avicenna-Studienwerk auf muslimischer Seite. In beiden Förderwerken geht es nicht nur um die finanzielle Unterstützung in Form von Stipendien. Sie verstehen sich vielmehr auch als "Labore", in denen miteinander debattiert und letztlich Identität verhandelt wird. "Forschen, debattieren, Identität verhandeln"- Carsten Dippel berichtet für Camino in hr2 kultur über die jüdische und muslimische Begabtenförderung in Deutschland.

26 Min.
02.07.2021

Schläge und Essenszwang statt liebevoller Fürsorge - Das Schicksal der "Verschickungskinder"

Von den 1950er Jahren bis in die 80er Jahre hinein wurden rund zehn Millionen Kinder zwischen zwei und vierzehn Jahren in Deutschland zur Kur geschickt, um zu gesunden. Doch der Alltag in den sogenannten "Verschickungsheimen" - darunter auch kirchliche Häuser - war oft herzlos und kalt. Statt liebevoller Fürsorge setzte es häufig Schläge. Die Kinder mussten so lange am Tisch sitzen bleiben, bis sie ihren Grießbrei aufgegessen hatten; manche mussten sogar ihr Erbrochenes aufessen. "Schläge und Essenszwang statt liebevoller Fürsorge - Das Schicksal der "Verschickungskinder". Michael Hollenbach hat für Camino in hr2 kultur mit "Verschickungskindern" aus Hessen gesprochen. Einige leiden bis heute an den Folgen der unbarmherzigen "Kuraufenthalte"

25 Min.
25.06.2021

Zwangskonvertiert, bespitzelt, ausgegrenzt - Die Geschichte ehemaliger Juden auf Mallorca

Die Geschichte der Juden auf Mallorca ist fast 2000 Jahre alt. Aber es ist auch eine Geschichte der Verfolgung. Im Mittelalter wurden Juden auf Mallorca gezwungen, zum Christentum zu konvertieren. Wer das nicht wollte, musste fliehen oder bezahlte mit dem Leben. Die so genannten "Chuetas", wie die Neu-Christen von den anderen Mallorquinern genannt wurden, waren trotzdem nicht sicher. Sie wurden bespitzelt und ausgegrenzt. Viele, so der Vorwurf, würden heimlich ihr Judentum pflegen. Heute leben noch immer rund 20.000 Nachfahren dieser ehemaligen Juden auf Mallorca. Ganz wenige sind zurückgekehrt zum Judentum. Silke Fries war für hr2-Camino auf Mallorca unterwegs und hat mit den Nachfahren der zwangskonvertierten Juden gesprochen.

26 Min.
16.05.2021

"Schaut hin!" Höhepunkte des 3. Ökumenischen Kirchentags

"Kirchentag" - das bedeutete in früheren Jahren: Fünf Tage volles Programm, Tausende von Veranstaltungen in einem zentimeterdicken Programmheft, überfüllte Messehallen, Kirchen und U-Bahnen. In diesem Jahr fand der 3. Ökumenische Kirchentag in Frankfurt statt. Aber von all dem, was man sonst kannte, war kaum etwas dabei. Diesen Ökumenischen Kirchentag gab es nur digital, pandemiebedingt. Das Programm zusammengeschrumpft auf rund 80 Veranstaltungen in mehreren Live-Streams: Bibelarbeiten, Vorträge, Podiumsdiskussionen. Manches vorproduziert als Video. Anderes als interaktiven Workshop im Netz. Eine Auswahl der wichtigsten Programm-Höhepunkte, nachdenkenswerter Impulse und nachhaltiger Debattenbeiträge von Lothar Bauerochse und Klaus Hofmeister.

25 Min.
12.05.2021

Herausgetreten aus Raum und Zeit? Himmelfahrt heute gedeutet

Gäbe es eine Hitliste für den Bedeutungsverlust kirchlicher Feiertage - "Himmelfahrt" stünde ganz oben. Selbst als "Vatertag" erziehungsmüder Väter auf umgrünten Leiterwagen ist sein Image zweifelhaft. Erzählt die biblische "Himmelfahrt Christi", dass Jesus als Rocket Man von der Erdscheibe abhebt? Nein, sagt Wilfried Härle, emeritierter Professor für evangelische Dogmatik an der Uni Heidelberg, die Bedeutung dieses Feiertages liegt in der "gesegneten Ermächtigung derer, die loslassen lernen." Und auch was Theologen von Martin Luther bis Karl Barth über diesen Feiertag schreiben, würde unsere naive Vorstellung einer "Fahrt" in den Himmel schnell korrigieren. Wie Himmelfahrt heute gedeutet werden kann, das schildert Andreas Malessa in hr2-Kultur Camino.

25 Min.