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Der Tag

Kultur

hr2-kultur | Der Tag - Kenntnisreich, ironisch, witzig, pointiert.

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23.07.2021

Der Tag auf Weltreise: Indien mit Peter Hornung

Ayurveda, Yoga, Meditation - beliebte Gründe für eine Reise nach Indien. Die indische Gesundheitslehre sowie die indische philosophische und religiöse Lehre des Yoga lassen sich eben am besten in dem Land selbst praktizieren, in dem ihre Ursprünge liegen. Die Pandemie hat allerdings nicht nur Reisenden einen Strich durch die Rechnung gemacht, sondern auch Einheimischen jene geistige und körperliche Praxis erschwert. Mit der "indischen Variante" wird nun international eine besorgniserregende Mutation des Corona-Virus verbunden. Und statt über die indische Gesundheitslehre wurde in letzter Zeit mehr über das indische Gesundheitssystem gesprochen, das vielen Corona-Patienten nicht helfen konnte. Das Land kämpft mit den Folgen der Pandemie. Umso dringender warten die indischen Reiseziele auf Gäste, denn der Tourismus hatte in den vergangenen Jahren für wachsende Einnahmen gesorgt.

55 Min.
22.07.2021

Der Tag auf Weltreise: Niederlande mit Michael Schneider

Das Rad gehört zur Grundausstattung aller Menschen in den Niederlanden. Wo lässt es sich besser Fahrrad fahren als im Land ohne Berge? Radreisende fordert dabei nur allzu oft der ungnädige Begleiter über niederländischem Boden: der Gegenwind. Der wiederum inspiriert die Einheimischen zu Höchstleistungen bei den alljährlichen Gegenwindmeisterschaften. Wer zuletzt umfällt, hat gewonnen. Höchstleistungen müssen die Niederlande auch an anderer Stelle erbringen: beim Küstenschutz. Die kilometerlangen Sandstrände der Niederlande sind beliebt, auch von Deutschland aus gut zu erreichen. Die Küste ist traumhaft und bedroht. Denn schneller als andere Länder Europas spüren die Niederlande wegen ihrer besonderen Lage die Folgen des Klimawandels, auch den steigenden Meeresspiegel. Aber Aufklärung für die Probleme des Klimawandels kann auch begeistern: mit Europas größtem Korallenriff in einem Aquarium lockt die niederländische Stadt Arnheim.

55 Min.
20.07.2021

Der Tag auf Weltreise: Israel mit Benjamin Hammer

Ehrgeizige Impfpolitik, beunruhigender Raketenbeschuss, aufreibende Regierungsbildung - das waren die Schlagzeilen aus Israel in den letzten Monaten. Dabei passierte noch viel mehr in dem kleinen Land im Nahen Osten. Die Impfkampagne brachte nicht nur interessante Daten, sie brachte schon weit vor den europäischen Ländern die Kultur zurück in das Leben der Menschen. Konzerthallen, Theater, Cafés öffneten wieder, erst nur für Geimpfte, dann für alle. Und mitten in der Wüste wird an Bewässerungstechniken geforscht, die weltweit Landwirtschaft in extrem trockenen Regionen ermöglichen. Derweil schlummern die touristischen Attraktionen im Land mit den besonderen Lebensbedingungen, Reisende aus dem Ausland müssen noch draußen bleiben. Nur unsere ARD-Korrespondenten können davon berichten.

54 Min.
19.07.2021

Der Tag auf Weltreise: Italien mit Elisabeth Pongratz

Leere Gassen in Venedig - wer mittlerweile wieder einmal diesen italienischen Sehnsuchtsort besuchen durfte, war verzaubert. Während in normalen Zeiten jährlich Millionen Menschen aus aller Welt die Plätze und Palazzi der Lagunenstadt besuchen, wacht nun der Tourismus erst langsam wieder auf. Die einen freuen sich über die ausbleibenden Kreuzfahrtschiffe, die anderen leiden unter den ausbleibenden Einnahmen durch die Reisenden. Die Pandemie hat Italien schwer gebeutelt und zeitweise in den Stillstand versetzt. Nur der Ätna brodelt unaufhaltsam und sorgt mit seiner Lava auf Sizilien für wirtschaftlichen Schaden und fruchtbare Böden gleichermaßen. Seine Anziehungskraft für Urlauber bleibt ungebrochen.

54 Min.
16.07.2021

Arschbombe reicht nicht - eine Sendung zum Eintauchen

Schwimmen ist eine besondere Kunst, nicht nur Sport oder schnöde Technik. Schwimmen ist auch das unmittelbarste Erlebnis vom Wasser und seiner Wandelbarkeit. So zumindest erlebt John von Düffel, Autor und Langstreckenschwimmer, das Schwimmen und erzählt in vielen seiner Bücher von den Berührungen des Schwimmers mit seinem Element. Manche feiern Triumphe, trainieren für Meisterschaften, für Olympia, schwimmen täglich fast unendliche Strecken und können nicht genug bekommen. Doch immer weniger Kinder können schwimmen, weil der Schwimmunterricht während der Pandemie einfach ausfiel. Das soll jetzt nachgeholt werden. Wer nicht schwimmen kann, der lebt gefährlich. Von Angst und Sehnsucht im Wasser - eine Sendung zum eintauchen ...

52 Min.
Ein Hinweisschild auf Maskenpflicht an einem Bahnhof.
15.07.2021

"Mögen täten wir schon wollen..." - der Weg aus der Pandemie | Hintergrund

Die sogenannte Inzidenz, also die Zahl der positiven Corona-Tests pro hunderttausend Einwohner in einer Woche, steigt ganz allmählich wieder. Aber wo sonst die Mahner, Warner und Unheilspropheten die Bühne für sich hatten, lassen sich nun auch andere Stimmen vernehmen. Tenor: die Inzidenz ist auch dank Impfkampagne nicht mehr entscheidend, wir müssen jetzt endlich raus aus dem pandemischen Ausnahmezustand. Die Schüler sollen wieder in die Schule, die Menschen sollen sich unbefangen begegnen und das Risiko, an Corona schwer zu erkranken soll sich einreihen in die vielen anderen Risiken des Lebens. Aber wer wagt den ersten Schritt? Boris Johnson? Der macht aus den gesetzlichen Einschränkungen trotz verhältnismäßig hoher Fallzahlen Empfehlungen. Und wir? Hier scheinen wir es eher mit Karl Valentin zu halten: "Mögen hätten wir schon wollen, aber dürfen haben wir uns nicht getraut". Dabei geht es ja nicht darum, auf jede Vorsicht zu verzichten. Besser und genauere Zahlen über Corona könnten schon helfen, und es wird ja schließlich weiter geimpft.

53 Min.
14.07.2021

Gute Rapper, böse Rapper - Wie #Metoo die Szene aufmischt

Sexismus im deutschen Rap? Das ist eine alte und jetzt eine neue Debatte. Ausgelöst hat sie eine Influencerin, die dem Rapper Samra vorwirft, er habe sie vergewaltigt. Er dementiert. Ein anderer Rapper hatte kurz nach den Vorwürfen ein Video veröffentlicht, das den jungen Bushido zeigte, wie er eine junge Frau bedrängte. Alles lange her und verjährt. Bushido entschuldigte sich. Dennoch. Solche Vorwürfe sind in der Hip-Hop-Szene nicht neu. Doch die Heftigkeit der Diskussion über sexualisierte Gewalt in diesem Genre könnte noch länger andauern. Unter dem Hashtag der gleichnamigen Initiative #deutschrapmetoo haben Frauen Erfahrungen gesammelt. Sie kritisieren ein Netzwerk aus Künstlern, Musiklabels, Agenturen und Managements, das den Nährboden für solche Übergriffe schaffe. Gleichzeitig weist die Rap-Szene vielfältige Richtungen auf. Sozialkritische Inhalte haben in dem Genre sowieso eine lange Geschichte. Dabei wird auch der Typ des selbstherrlichen, hypermännlichen, tendenziell frauenfeindlichen Rappers hinterfragt. Zum Beispiel vom "Conscious Rap", der übt, was dem Gangsta Rap oft fehlt: Kritik.

54 Min.
Schwein
13.07.2021

Schluss mit der Schweinerei - was kostet die Fleischwende? | Hintergrund

Bisher stammen rund 80 Prozent des Fleisches, das beim Discounter verkauft wird, aus der niedrigsten Stufe der Haltungsformen für Tiere. Das heißt: deutlich weniger als ein Quadratmeter Platz pro Tier im Stall, null Auslauf, billiges Futter. Aldi hat nun angefangen umzusteuern, und andere ziehen nach. Bis 2030 wird es nach den Tierwohlplänen des Lebensmittelkonzerns minderes Fleisch nur noch als Tiefkühlware geben. Die ist nämlich ausgenommen von den Plänen. Bringt Aldi da tatsächlich etwas in Gang? Oder versuchen die Discounter mit relativ geringem Aufwand ihr Image aufzupolieren und vom Trend zu bewussterem Fleischkonsum, den es insbesondere bei jungen Leuten gibt, zu profitieren? Welche Fortschritte macht die vielbeschworene Agrarwende in Deutschland? Und welche Marktmacht haben die Händler?

54 Min.
12.07.2021

Anschlag auf den Rechtsstaat - Die Niederlande unter Schock

Der Kriminalreporter Peter de Vries wird in Amsterdam auf offener Straße angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Er berichtete nicht nur über das organisierte Verbrechen, er beriet auch den Kronzeugen im laufenden Prozess gegen einen Mann, der als Pate des Kokainhandels in den Niederlanden gilt. Manche sprechen von einem Anschlag nicht nur auf die Pressefreiheit, sondern auf den Rechtsstaat und stellen die Frage, ob Journalisten und andere Menschen die sich öffentlich äußern, in den Niederlanden noch sicher sind. Lale Gül ist es nicht: die junge Frau kritisiert in einem Buch das konservative islamische Milieu, aus dem sie stammt. Sie erhält seither Beschimpfungen und Morddrohungen und hält sich versteckt. Nicht nur Kriminelle reagieren mit Gewalt, wenn man sich öffentlich mit ihnen befasst, auch Islamisten, Rechtsradikale und verwandte ideologische Milieus gehen aggressiv gegen Kritiker und Berichterstatter vor. Ist die Toleranz am Ende - nicht nur in den traditionell doch so liberalen Niederlanden?

53 Min.
Virgin Galactic spacecraft
09.07.2021

Zimmer mit Erdblick - der Traum vom All | Hintergründe zum Weltraumtourismus

Am Sonntag will der Musik-Mogul Richard Branson an Bord seines Raketengleiters "Spaceship Two" einen Hüpfer ins All machen. Neun Tage später plant Amazon-Gründer Jeff Bezos das Gleiche. Mit seiner eigenen Rakete "New Shepard", versteht sich, Milliardäre unter sich eben. Aber das Universum übt auf alle Menschen eine Faszination aus. Zu viele Rätsel hält es noch bereit, zu unvorstellbar sind seine Dimensionen. Wer versteht schon die Unendlichkeit? Selbst grundliegende Fragen zum All können wir noch nicht beantworten, Stichwort Dunkle Materie und Dunkle Energie. Wir suchen Leben in unserem eigenen Sonnensystem, im Wasser der Eismonde des Jupiters zum Beispiel. Und wir wünschen und fürchten gleichermaßen einen Kontakt zu Leben außerhalb unseres Sonnensystems, die Begegnung mit extraterrestrischer Intelligenz. Auch wenn vieles davon nach Science Fiction klingt, rückt das All doch näher, wenn auch erst mal nur für die Wissenschaft und die Superreichen. Weltraumtourismus, Forschungsstationen auf dem Mond, die Besiedlung des Mars. Was hält das All in den nächsten Jahrzehnten für uns bereit?

54 Min.
08.07.2021

Rette sich, wer kann! Abzug aus Afghanistan

"Nichts ist gut in Afghanistan". So hat es die damalige evangelische Bischöfin Margot Käßmann schon vor mehr als zehn Jahren formuliert. Und musste sie sich dafür viel Kritik anhören. Aber auch jetzt, nach dem endgültigen Abzug der Bundeswehr, ist längst nicht alles gut. Die lokalen Sicherheitskräfte und die Armee schaffen es nicht, dauerhaft stabile Verhältnisse zu schaffen. Viele Menschen in Afghanistan befürchten Chaos und neuen Terror der radikal-islamischen Taliban. Die haben großen Einfluss, obwohl die internationale Militärmission sie eigentlich in Schach halten sollte. Die ehemaligen Helfer der Bundeswehr fühlen sich jedenfalls bedroht und fürchten um ihr Leben. Deutschland wiederum schiebt nach wie vor Menschen aus Afghanistan in ihre Heimat ab, so auch in dieser Woche wieder. Ist die Mission am Hindukusch letztendlich gescheitert? Und wie wäre ein Abzug in geregelten Bahnen möglich gewesen, ohne neues Unheil heraufzubeschwören?

55 Min.