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Dokumentation und Reportage

Kultur

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

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Frau blickt über Landschaft
18.07.2021

Fernweh - Geschichte einer menschlichen Sehnsucht

Die Sommerferien haben begonnen und damit die Reisezeit. Der Drang, die Welt zu erkunden, ist trotz Corona ein tiefes menschliches Bedürfnis - und dies über alle Zeiten und Kulturepochen hinweg. Das "Fernweh" aber ist eine romantische Kategorie, und in der Tat ist es noch nicht lange her, dass die Menschen begonnen haben, aus reinem Vergnügen zu reisen - eine "Bedürfnisindustrie" dafür zu schaffen, wie es Hans Magnus Enzensberger ausdrückte, der eine Theorie des Tourismus entwarf. Den ersten Massentourismus gab es Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breitengraden am Rhein, und es waren die Engländer, die die "Rheinromantik" erfanden. In der Sendung begeben wir uns selbst auf die Reise: von den Karawanenzügen der alten Zeit über die Pilgerreisen des Mittelalters und die wagemutigen Seefahrten im Zeitalter der Entdeckungen bis zum "Teutonengrill" an europäischen Mittelmeerstränden, von Odysseus bis Neckermann, von Captain Cook über Robinson Crusoe bis hin zum modernen Tourismus samt seiner Ambivalenzen, Kollateralschäden und vermeintlichen Alternativangebote. Das sentimentalische Fernweh indes, Ausdruck eines romantisch gebrochenen Lebensgefühls, ist eine unerfüllbare Sehnsucht geblieben.

53 Min.
12.07.2021

die Macht der Sucht - Junge Drogentote und die deutsche Drogenpolitik

Etwa vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis, Tendenz steigend, mehrere Hunderttausend Kokain, rund 150.000 sind von Opiaten abhängig, dazu kommt der Konsum von synthetisch hergestellten Partydrogen, wie Ecstasy, Crystal Meth oder Legal Highs. 2020 wurden hierzulande 1581 drogenbedingte Todesfälle registriert, zumeist langjährige Drogensüchtige, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen einer Sucht sind vielfältig. Therapieerfolge variieren zwischen 30 und 70 Prozent. Das Feature gibt vier Drogentoten Gesichter. Eltern schildern die Lebens- und Suchtgeschichten ihrer Kinder. Eltern, die das süchtige Kind nicht mehr erreichten, an die Drogen verloren und am Tod ihres Kindes zerbrachen. Sie bleiben zurück mit der Frage nach dem Warum und Schuldgefühlen. Sie haben Sehnsucht nach dem Kind und stellen fest, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Obwohl Alternativen entwickelt wurden, bestimmt weiterhin die Drogenkonvention der UN aus dem Jahr 1961 die internationale Drogenpolitik. Nach wie vor ist Drogenbesitz eine Straftat, ungeachtet dessen, dass Sucht eine Krankheit ist. Polizei und Justiz sind mit vielen Strafverfahren wegen Cannabis-Konsum oder -Besitz überfordert. Ob Cannabis, wie in einigen Ländern, auch in Deutschland legalisiert werden soll, darüber streiten sich Politiker und Drogenexperten. Die Eltern verstorbener Drogenabhängiger sind dagegen, für sie ist Cannabis die Einstiegsdroge ihres Kindes gewesen. Vorher seien zumeist Zigaretten oder Alkohol, nach wie vor die legale Volksdroge Nummer eins, konsumiert worden, widersprechen Wissenschaftler. Wie kann man junge Menschen vor dem Abrutschen in die Sucht und vor Folgeschäden schützen? Könnten Todesfälle durch Überdosierung etwa durch bessere Informationen und einem so genannten "Drug-Checking" vermieden werden? Um diese Fragen geht es in diesem Feature.

53 Min.

Etwa vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis, Tendenz steigend, mehrere Hunderttausend Kokain, rund 150.000 sind von Opiaten abhängig, dazu kommt der Konsum von synthetisch hergestellten Partydrogen, wie Ecstasy, Crystal Meth oder Legal Highs. 2020 wurden hierzulande 1581 drogenbedingte Todesfälle registriert, zumeist langjährige Drogensüchtige, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen einer Sucht sind vielfältig. Therapieerfolge variieren zwischen 30 und 70 Prozent. Das Feature gibt vier Drogentoten Gesichter. Eltern schildern die Lebens- und Suchtgeschichten ihrer Kinder. Eltern, die das süchtige Kind nicht mehr erreichten, an die Drogen verloren und am Tod ihres Kindes zerbrachen. Sie bleiben zurück mit der Frage nach dem Warum und Schuldgefühlen. Sie haben Sehnsucht nach dem Kind und stellen fest, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Obwohl Alternativen entwickelt wurden, bestimmt weiterhin die Drogenkonvention der UN aus dem Jahr 1961 die internationale Drogenpolitik. Nach wie vor ist Drogenbesitz eine Straftat, ungeachtet dessen, dass Sucht eine Krankheit ist. Polizei und Justiz sind mit vielen Strafverfahren wegen Cannabis-Konsum oder -Besitz überfordert. Ob Cannabis, wie in einigen Ländern, auch in Deutschland legalisiert werden soll, darüber streiten sich Politiker und Drogenexperten. Die Eltern verstorbener Drogenabhängiger sind dagegen, für sie ist Cannabis die Einstiegsdroge ihres Kindes gewesen. Vorher seien zumeist Zigaretten oder Alkohol, nach wie vor die legale Volksdroge Nummer eins, konsumiert worden, widersprechen Wissenschaftler. Wie kann man junge Menschen vor dem Abrutschen in die Sucht und vor Folgeschäden schützen? Könnten Todesfälle durch Überdosierung etwa durch bessere Informationen und einem so genannten "Drug-Checking" vermieden werden? Um diese Fragen geht es in diesem Feature.

04.07.2021

Küstenerosion am Mittelmeer - Strandurlaub bald ohne Strand?

Wie Misswirtschaft, Profitgier und der Klimawandel ein Ökosystem bedrohen Viele Touristen wollen ein Hotel mit Meerblick. Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien bieten es ihnen - und haben ihre Küsten teils massiv verbaut. Beton und Zement unterbrechen aber die natürliche Regeneration der Sandstrände. Und sie beschleunigen deren Erosion, wie auch der steigende Meeresspiegel und die Winterstürme. Wie können die Sandstrände und mit ihnen der Tourismus am Mittelmeer gerettet werden? Geologen und Umweltwissenschaftler suchen nach innovativen Ansätzen beim Küstenmanagement. Brigitte Kramer hat in Italien, Spanien und Griechenland recherchiert, wie Misswirtschaft, Profitgier und die Klimakrise ein Ökosystem bedrohen.

53 Min.
13.06.2021

Die Geschichte der Roten Armee Fraktion - Teil 2

Vor mehr als 50 Jahren legten Gudrun Ensslin und Andreas Baader Bomben in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Die Detonationen waren der Startschuss für Terror, Mord und Entführungen, die 28 Jahre lang die Republik in Atem halten sollten. Das zweistündige Feature von Peter Ochs lässt mit viel Originaltonaufnahmen, in Interviews mit Zeitzeugen und in Tondokumenten aus Rundfunk und Fernsehen die bleiernen Jahre des deutschen Herbstes noch einmal lebendig werden. In diesem zweiten Teil erzählt Autor Peter Ochs die Geschichte der RAF bis zu deren offiziellen Auflösung im Jahr 1998 und die weitere Aufarbeitung ihrer Verbrechen. Dabei erinnert er mit vielen Originaltönen an die Versuche der RAF, die Gefangenen freizupressen, den Prozess in Stuttgart Stammheim, die Entführung der Lufthansamaschine Landshut, die Diskussionen um den Tod der RAF-Häftlinge und die vielen bis heute zum Teil unaufgeklärten Morde durch Mitglieder der RAF.

51 Min.
06.06.2021

Metropolis - Weltstadt - Megacity - Faszinosum und Schreckbild der Großstadt

Ob Babylon, Rom, Paris, Berlin, New York oder Tokio: Die große Stadt war von jeher in der Kulturgeschichte ein ambivalentes Phänomen. Sie stand für Größe und Reichtum, aber auch für Verderbnis und Sittenverfall. Die großen Städte sind Zentren von Kunst und Kultur und der gesellschaftlichen Bewegungen. Hier wird Weltgeschichte geschrieben, und hier werden Revolutionen gemacht. Aber in der großen Stadt bündeln sich auch die sozialen Kontraste, und es entstehen Schattenwelten von Elend und Armut. Metropolis wird zum Moloch, zum Dämon, je unpersönlicher und gigantischer die durchtechnisierte Gegenwart wird. Vom antiken Babylon über das kaiserliche Rom, das revolutionäre Paris, die Weltstadt Berlin in den "goldenen Zwanzigern" bis zu den globalen Megacities unserer Zeit geht die Zeitreise in diesem Feature.

53 Min.
12.05.2021

Verordnetes Glück in Bhutan - Ein Land zwischen buddhistischer Tradition und gesellschaftlichem Wandel

Abgeschirmt von den höchsten Bergen des Himalaya liegt dieses kleine Land - fast so, als wolle es sich vor der Welt verstecken: Eingeklemmt zwischen China und Indien leben seine etwa 770.000 Einwohner nach buddhistischer Religion. Bhutan ist eigentlich ein Lehrbeispiel für die behutsame Öffnung eines Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Doch mit dem Beginn des Tourismus, der Einführung des Fernsehens, der Nutzung von Smartphones und Internet hat eine neue Zeitrechnung in Bhutan begonnen. Dieser Wandel verändert immer mehr den Alltag seiner Einwohner - vor allem der jüngeren Bhutaner. Zwar ermöglichen die Einnahmen durch den Tourismus die medizinische Versorgung und Schulbildung für alle Bürger, doch auch Negativfolgen wie Drogenmissbrauch, Jugendarbeitslosigkeit und eine wachsende Selbstmordrate bleiben nicht aus. Schafft das Land diesen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft? Das Feature hat für 2020/21 den Journalistenpreis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten erhalten.

53 Min.
04.04.2021

Keine Versöhnung - Ein Porträt des Dichters Charles Baudelaire und seines Werks

Am 9. April 1821, vor 200 Jahren, wurde Charles Baudelaire geboren. Berühmt wurde er durch seine Gedichtsammlung "Fleurs du Mal". Der Dichter der 100 Blumen oder Blüten des Bösen gilt seither als Wegbereiter der modernen Lyrik. Baudelaire verbindet darin das bis dahin Unvereinbare - das Schöne mit dem Bösen. Sacré Baudelaire: Er hat das Abstoßende wie das Anziehende von Paris im Gedicht zusammengeführt. Bis heute überlaufen einen Schauer beim Lesen seiner stinkenden Blüten. Aber auch sein Leben ist voller Spannungen. Er beschimpft die Mutter und bleibt ein Muttersöhnchen. Er ist Dandy und Außenseiter, manchmal Rebell, manchmal Reaktionär. Er kann sich selten entscheiden, schiebt alles auf morgen. Für seinen Biographen Claude Pichois ist er dadurch der "moderne Mensch par excellence". Im Feature zu hören sind der Romancier und Dichter Michel Houellebecq, der Lyriker und Essayist Michel Déguy, der Biograph Claude Pichois und andere.

53 Min.
21.03.2021

Das nomadische Gen

Vor einhundert Jahren erschienen die ersten Kapitel des "Siddharta" von Hermann Hesse. Der spätere Nobelpreisträger hatte sich 1912 auf eine lange Asienreise begeben. In Ceylon, dem heutigen Sri Lanka begegnete er der Lebensrealität des Buddhismus. "Siddharta" - diesem Weltenwanderer sich immer verwandt fühlend, bereisen vier Künstler Sri Lanka. Sie selbst haben zahlreiche Expeditionen auf allen Kontinenten unternommen. Das Studium historischer Stoffe, das sich Bewähren in komplizierten Habitaten, die Reflexion in der Gruppe ist es, was sie seit beinah 20 Jahren verbindet. Den Spuren Hesses in Sri Lanka folgend, halten sie Rückschau auf ihre außergewöhnlichen Erlebnisse. Etwas scheint alles miteinander zu verbinden. Sie nennen es das Nomadische Gen.

54 Min.
14.03.2021

Bereit sein, an den Freuden der Welt teilzunehmen

"Alle Menschen wollen glücklich leben", mit diesen Worten beginnt Senecas Traktat über das glückliche Leben. Eine der wenigen Einsichten in die menschliche "Natur", die - so scheint es - fraglos ist. Doch sieht man genauer hin, wirft sie viele Fragen auf. In unseren Tagen mehr denn je. Denn je fieberhafter wir den ständig wachsenden Markt von Glücksangeboten durcheilen, desto stärker erfahren wir, dass dem glücklichen Leben so nicht näher zu kommen ist. Nicht die äußeren Umstände sind für das Glück und die Lebenszufriedenheit ausschlaggebend, entscheidend ist, wie man sich zu sich selbst und zur Welt insgesamt stellt. Wichtig dafür sind Selbstvertrauen, sowie sich und sein Dasein in der Welt freudig akzeptieren und bejahen zu können. "Wer imstande und bereit ist, an den Freuden der Welt teilzunehmen, der ist zu ihnen eingeladen", schreibt der Philosoph Moritz Schlick. Zum Leben aber gehören ebenso Unglück und Unglücklichsein. Auch dazu muss man sich stellen. "Die entscheidende Frage an sich selber ist, kann ich damit einverstanden sein", so der Philosoph Wilhelm Schmid. Dann aber erfährt man, dass "ein Glücklichsein möglich ist, bei dem das Unglücklichsein nicht ausgeschlossen werden muss, sondern mit einbezogen werden kann". Das Feature wurde vor der Corona-Pandemie produziert, die viel Leid gebracht hat und bringt. Doch das Feature zeigt, Momente des Glücks kann es auch in diesen Zeiten geben.

53 Min.