Dokumentation und Reportage · hr2-kultur

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Dokumentation und Reportage

Kultur

Aufwändig produzierte Feature, investigative Recherchen und einfühlsame Porträts

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21.11.2021

Künstlche Intelligenz - KI - in der Medizin

Die künstliche Intelligenz (KI) wird die Medizin entscheidend verändern, davon sind fast alle Beteiligten überzeugt. Überall dort, wo große Datenmengen schnell verarbeitet werden müssen, beispielsweise in der Radiologie, können Bilddaten mit Hilfe künstlicher Intelligenz verglichen werden und helfen, präzise Diagnosen zu erstellen und schneller über die passende Therapie zu entscheiden. ÄrztInnen werden also in zunehmendem Maß Unterstützung durch Künstliche Intelligenz erfahren. Durch KI ersetzt werden sie auf absehbare Zeit jedoch nicht. Die letztendliche Entscheidung über medizinische Behandlungen werden weiterhin Menschen treffen, so die Prognose. Die Angst vor selbst lernenden Maschinen und der pauschalen Preisgabe sensibler Daten bleibt jedoch groß. Autor Andreas Horchler spricht mit PatientInnen, ÄrztInnen, PolitikerInnen, DatenwissenschaftlerInnen und PhilosophInnen über Erfahrungen mit der KI in der Medizin, über Anwendungsgebiete, Grenzen, Datenschutz und Ethik.

52 Min.
07.11.2021

Leben auf dem Dorf - Probleme und Chancen im ländlichen Raum

Berkatal ist mit 15.000 Einwohnern die drittkleinste Gemeinde im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen. Fehlende Mobilität, Überalterung, Rückgang der Bevölkerung, aber auch das Schließen kleiner Geschäfte stellen Berkatal seit Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Doch schon 1995 hat sich der Verein für Regionalentwicklung Werra-Meißner gegründet. Damals haben sich zahlreiche engagierte Menschen zusammengeschlossen, aus Vereinen, Verbänden und Institutionen aus den Bereichen Wirtschaft, Soziales, Kultur und Jugendarbeit sowie allen Städten und Gemeinden des Werra-Meißner-Kreises und dem Kreis selber. Gemeinsam wollen sie das Leben auf dem Land wieder attraktiver machen. Christiane Hillebrand hat sich im Werra-Meißner-Kreis umgesehen und erkundet, wie die Menschen dort versuchen, die Landflucht aufzuhalten. Wir wiederholen das Feature aus dem Jahr 2019 im Rahmen der "ARD-Themenwoche Stadt.Land.Wandel - Wo ist die Zukunft zu Hause?"

53 Min.
Ein Boot liegt am Ufer neben einem Landungssteg.
10.10.2021

Patientenverfügungen - des Menschen Wille ist sein Himmelreich

Karl-Heinz Pantke war Ende 30, hatte gerade in Physik promoviert und wollte mit Christine eine Familie gründen. Dann traf ihn der Schlag, schaltete das Kleinhirn aus und lähmte jeden Muskel seines Körpers. Pantke fiel in einen Zustand, den Mediziner Locked-in-Syndrom nennen: totale Lähmung bei vollem Bewusstsein. Künstliche Beatmung, künstliche Ernährung, kaum Kommunikation für den Rest seines Lebens. Der Autor lernte Karl-Heinz Pantke kennen, als er aus diesem Koma erwacht war. Ein äußerst seltener Fall in der Medizin. Pantke hat einen Verein ins Leben gerufen, der sich für Patienten mit Locked-in-Syndrom einsetzt. Was ihm sehr am Herzen liegt: Der äußerst skeptische Umgang mit Patientenverfügungen. Nicht nur, dass sich viele Leute nicht im Klaren darüber seien, dass sie in dem Fall, wenn die Maschinen abgestellt werden, jämmerlich verhungern, verdursten und ersticken. Sie unterschätzten ihr Gehirn, das sich dem Zustand des Körpers anpassen könne.

52 Min.
03.10.2021

Wie zwei fränkische Pfarrer mit ihrer Gemeinde den Nazis trotzten

1936 hatte sich der katholische Pfarrer August Wörner im fränkischen Ort Mömbris offen mit den Nazis angelegt. Unter seiner Führung protestierten Hunderte Mömbriser Katholiken gegen den Aushang des NS-Hetzblattes "Der Stürmer" und stellten sich einem Aufmarsch der örtlichen SA entgegen. Als die Festnahme des Pfarrers durch die Gestapo drohte, bewachten Christen - bewaffnet mit Sensen und Mistgabeln - das Pfarrhaus. Schließlich wurde Pfarrer Wörner in eine andere Gemeinde versetzt. Sein Nachfolger, Hermann Dümig, predigte nicht weniger mutig - bis ihn die Gestapo ins KZ Dachau verschleppte. Gut achtzig Jahre später suchen der Gymnasiast Maximilian Schneider und der Featureautor Roman Grafe nach Spuren der aufrechten Mömbriser Christen

53 Min.
24.09.2021

Pränataldiagnostik - Sternenkind - Das Kurze Leben der Lilli Lion

Kathrin freut sich auf ihr Baby. Doch wenig später der Schock: Die Ärzte sind sich einig: Das Kind hat eine besondere Form des Turnersyndroms mit ausgeprägter Flüssigkeitseinlagerung im ganzen Körper, schwerste Herz- und Nierenschädigung. Kathrins und Walters Kind, sie nennen es Lilli, wird die nächsten Wochen der Schwangerschaft nicht überstehen. Aber Lilli stirbt nicht, wächst weiter in Kathrins Bauch heran. Über ihr Tagebuch beginnt die junge Frau eine Zwiesprache mit ihrem Kind. Soll sie der Natur ihren Lauf lassen, das kranke Kind in ihrem Bauch beherbergen, bis es sich von selbst verabschiedet? Soll sie Lillis Leiden - und ihr eigenes - durch eine Abtreibung abkürzen? Und was, wenn das Kind die Schwangerschaft doch durchhält, zur Welt kommt, dahinvegetiert? Das Feature folgt den dramatischen Monaten einer Schwangerschaft mit einem behinderten Kind und verdeutlicht das Dilemma einer pränatalen Medizin, die immer genauer diagnostizieren, aber nicht therapieren kann.

53 Min.
Frau blickt über Landschaft
18.07.2021

Fernweh - Geschichte einer menschlichen Sehnsucht

Die Sommerferien haben begonnen und damit die Reisezeit. Der Drang, die Welt zu erkunden, ist trotz Corona ein tiefes menschliches Bedürfnis - und dies über alle Zeiten und Kulturepochen hinweg. Das "Fernweh" aber ist eine romantische Kategorie, und in der Tat ist es noch nicht lange her, dass die Menschen begonnen haben, aus reinem Vergnügen zu reisen - eine "Bedürfnisindustrie" dafür zu schaffen, wie es Hans Magnus Enzensberger ausdrückte, der eine Theorie des Tourismus entwarf. Den ersten Massentourismus gab es Mitte des 19. Jahrhunderts in unseren Breitengraden am Rhein, und es waren die Engländer, die die "Rheinromantik" erfanden. In der Sendung begeben wir uns selbst auf die Reise: von den Karawanenzügen der alten Zeit über die Pilgerreisen des Mittelalters und die wagemutigen Seefahrten im Zeitalter der Entdeckungen bis zum "Teutonengrill" an europäischen Mittelmeerstränden, von Odysseus bis Neckermann, von Captain Cook über Robinson Crusoe bis hin zum modernen Tourismus samt seiner Ambivalenzen, Kollateralschäden und vermeintlichen Alternativangebote. Das sentimentalische Fernweh indes, Ausdruck eines romantisch gebrochenen Lebensgefühls, ist eine unerfüllbare Sehnsucht geblieben.

53 Min.
12.07.2021

die Macht der Sucht - Junge Drogentote und die deutsche Drogenpolitik

Etwa vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis, Tendenz steigend, mehrere Hunderttausend Kokain, rund 150.000 sind von Opiaten abhängig, dazu kommt der Konsum von synthetisch hergestellten Partydrogen, wie Ecstasy, Crystal Meth oder Legal Highs. 2020 wurden hierzulande 1581 drogenbedingte Todesfälle registriert, zumeist langjährige Drogensüchtige, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen einer Sucht sind vielfältig. Therapieerfolge variieren zwischen 30 und 70 Prozent. Das Feature gibt vier Drogentoten Gesichter. Eltern schildern die Lebens- und Suchtgeschichten ihrer Kinder. Eltern, die das süchtige Kind nicht mehr erreichten, an die Drogen verloren und am Tod ihres Kindes zerbrachen. Sie bleiben zurück mit der Frage nach dem Warum und Schuldgefühlen. Sie haben Sehnsucht nach dem Kind und stellen fest, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Obwohl Alternativen entwickelt wurden, bestimmt weiterhin die Drogenkonvention der UN aus dem Jahr 1961 die internationale Drogenpolitik. Nach wie vor ist Drogenbesitz eine Straftat, ungeachtet dessen, dass Sucht eine Krankheit ist. Polizei und Justiz sind mit vielen Strafverfahren wegen Cannabis-Konsum oder -Besitz überfordert. Ob Cannabis, wie in einigen Ländern, auch in Deutschland legalisiert werden soll, darüber streiten sich Politiker und Drogenexperten. Die Eltern verstorbener Drogenabhängiger sind dagegen, für sie ist Cannabis die Einstiegsdroge ihres Kindes gewesen. Vorher seien zumeist Zigaretten oder Alkohol, nach wie vor die legale Volksdroge Nummer eins, konsumiert worden, widersprechen Wissenschaftler. Wie kann man junge Menschen vor dem Abrutschen in die Sucht und vor Folgeschäden schützen? Könnten Todesfälle durch Überdosierung etwa durch bessere Informationen und einem so genannten "Drug-Checking" vermieden werden? Um diese Fragen geht es in diesem Feature.

53 Min.

Etwa vier Millionen Deutsche konsumieren Cannabis, Tendenz steigend, mehrere Hunderttausend Kokain, rund 150.000 sind von Opiaten abhängig, dazu kommt der Konsum von synthetisch hergestellten Partydrogen, wie Ecstasy, Crystal Meth oder Legal Highs. 2020 wurden hierzulande 1581 drogenbedingte Todesfälle registriert, zumeist langjährige Drogensüchtige, ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen einer Sucht sind vielfältig. Therapieerfolge variieren zwischen 30 und 70 Prozent. Das Feature gibt vier Drogentoten Gesichter. Eltern schildern die Lebens- und Suchtgeschichten ihrer Kinder. Eltern, die das süchtige Kind nicht mehr erreichten, an die Drogen verloren und am Tod ihres Kindes zerbrachen. Sie bleiben zurück mit der Frage nach dem Warum und Schuldgefühlen. Sie haben Sehnsucht nach dem Kind und stellen fest, dass kein Angebot der Drogenhilfe genützt hat. Obwohl Alternativen entwickelt wurden, bestimmt weiterhin die Drogenkonvention der UN aus dem Jahr 1961 die internationale Drogenpolitik. Nach wie vor ist Drogenbesitz eine Straftat, ungeachtet dessen, dass Sucht eine Krankheit ist. Polizei und Justiz sind mit vielen Strafverfahren wegen Cannabis-Konsum oder -Besitz überfordert. Ob Cannabis, wie in einigen Ländern, auch in Deutschland legalisiert werden soll, darüber streiten sich Politiker und Drogenexperten. Die Eltern verstorbener Drogenabhängiger sind dagegen, für sie ist Cannabis die Einstiegsdroge ihres Kindes gewesen. Vorher seien zumeist Zigaretten oder Alkohol, nach wie vor die legale Volksdroge Nummer eins, konsumiert worden, widersprechen Wissenschaftler. Wie kann man junge Menschen vor dem Abrutschen in die Sucht und vor Folgeschäden schützen? Könnten Todesfälle durch Überdosierung etwa durch bessere Informationen und einem so genannten "Drug-Checking" vermieden werden? Um diese Fragen geht es in diesem Feature.

04.07.2021

Küstenerosion am Mittelmeer - Strandurlaub bald ohne Strand?

Wie Misswirtschaft, Profitgier und der Klimawandel ein Ökosystem bedrohen Viele Touristen wollen ein Hotel mit Meerblick. Länder wie Griechenland, Spanien oder Italien bieten es ihnen - und haben ihre Küsten teils massiv verbaut. Beton und Zement unterbrechen aber die natürliche Regeneration der Sandstrände. Und sie beschleunigen deren Erosion, wie auch der steigende Meeresspiegel und die Winterstürme. Wie können die Sandstrände und mit ihnen der Tourismus am Mittelmeer gerettet werden? Geologen und Umweltwissenschaftler suchen nach innovativen Ansätzen beim Küstenmanagement. Brigitte Kramer hat in Italien, Spanien und Griechenland recherchiert, wie Misswirtschaft, Profitgier und die Klimakrise ein Ökosystem bedrohen.

53 Min.
13.06.2021

Die Geschichte der Roten Armee Fraktion - Teil 2

Vor mehr als 50 Jahren legten Gudrun Ensslin und Andreas Baader Bomben in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Die Detonationen waren der Startschuss für Terror, Mord und Entführungen, die 28 Jahre lang die Republik in Atem halten sollten. Das zweistündige Feature von Peter Ochs lässt mit viel Originaltonaufnahmen, in Interviews mit Zeitzeugen und in Tondokumenten aus Rundfunk und Fernsehen die bleiernen Jahre des deutschen Herbstes noch einmal lebendig werden. In diesem zweiten Teil erzählt Autor Peter Ochs die Geschichte der RAF bis zu deren offiziellen Auflösung im Jahr 1998 und die weitere Aufarbeitung ihrer Verbrechen. Dabei erinnert er mit vielen Originaltönen an die Versuche der RAF, die Gefangenen freizupressen, den Prozess in Stuttgart Stammheim, die Entführung der Lufthansamaschine Landshut, die Diskussionen um den Tod der RAF-Häftlinge und die vielen bis heute zum Teil unaufgeklärten Morde durch Mitglieder der RAF.

51 Min.
12.05.2021

Verordnetes Glück in Bhutan - Ein Land zwischen buddhistischer Tradition und gesellschaftlichem Wandel

Abgeschirmt von den höchsten Bergen des Himalaya liegt dieses kleine Land - fast so, als wolle es sich vor der Welt verstecken: Eingeklemmt zwischen China und Indien leben seine etwa 770.000 Einwohner nach buddhistischer Religion. Bhutan ist eigentlich ein Lehrbeispiel für die behutsame Öffnung eines Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Doch mit dem Beginn des Tourismus, der Einführung des Fernsehens, der Nutzung von Smartphones und Internet hat eine neue Zeitrechnung in Bhutan begonnen. Dieser Wandel verändert immer mehr den Alltag seiner Einwohner - vor allem der jüngeren Bhutaner. Zwar ermöglichen die Einnahmen durch den Tourismus die medizinische Versorgung und Schulbildung für alle Bürger, doch auch Negativfolgen wie Drogenmissbrauch, Jugendarbeitslosigkeit und eine wachsende Selbstmordrate bleiben nicht aus. Schafft das Land diesen Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft? Das Feature hat für 2020/21 den Journalistenpreis der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten erhalten.

53 Min.