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Politische Reportagen und Features mit Hintergrundinformationen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Hier gibt es 15- bis 25-minütige Berichte, Reportagen und Features aus (Nord-) Deutschland, sowie von ARD-Korrespondenten und freien Autorinnen und Autoren aus der ganzen Welt. Auch Diskussionen, Interviews und Essays zu aktuellen, bewegenden Themen.

Alle Episoden

Erschöpfte Männer und Frauen mit Notrationen humanitärer Hilfe.
16.09.2021

Vielvölkerstaat Äthiopien - Kämpfe um Vorherrschaft eskalieren

In Äthiopien kämpfen Regierung und Volkbefreiungsfront militärisch um die Macht. Die UN befürchtet die schwerste Hungernot seit langem. Im Vielvölkerstaat Äthiopien weiten sich die kriegerischen Auseinandersetzungen um die Vorherrschaft im Land aus.  Die Zentralregierung unter Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte im November 2020 eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen. Die TPLF war bis 2019 in Äthiopien an der Macht war und hat ihre Wurzeln in der nördlichen Region Tigray. Seither wurden Tausende Menschen getötet und Hunderttausende vertrieben. Beide Seiten haben zur Mobilmachung aufgerufen.  Der Konflikt hat sich auch auf Nachbarregionen ausgebreitet. Die Vereinten Nationen warnen vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Situation, vor allem in Tigray. Im Konfliktgebiet drohe die schwerste Hungersnot der Welt seit Jahrzehnten. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 5 Millionen Menschen im Norden des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 400 000 sind vom Hungertod bedroht. Wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden haben Hilfsorganisationen seit Monaten keinen vollen Zugang zu den Notleidenden. Beiden Konfliktparteien wird vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben.

15 Min.
14.09.2021

Die Wasserbauer - Niederländer wappnen sich gegen Klimawandel

Niederländer gelten als Vorreiter im Hochwasserschutz. Sie versuchen die Kraft der Natur für den Schutz der Küsten zu nutzen. Wenn das Wasser in den Ozeanen steigt, sind vor allem tiefliegende Küstengebiete bedroht. Auf keine Region in Europa trifft das so sehr zu wie auf die Niederlande. Das Land liegt zu einem Drittel unterhalb des Meeresspiegels. An kaum einem anderen Ort wird der Klimawandel so schnell und so einschneidend spürbar werden. Davor warnt auch der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC. Doch in den Niederlanden wird längst gegengesteuert - mit altbewährten Konzepten und mit innovativen Ideen für einen zeitgemäßen Hochwasserschutz im 21. Jahrhundert. Gegen die Fluten kämpfen war gestern - heute wird mit der Kraft der Natur gebaut. Für die Niederländer ist das Wasser nicht nur Feind, sondern auch Verbündeter in Zeiten des Klimawandels. Ob Klimaforscher*innen oder Dünenarchitekt*innen, ob Deichwächter*innen oder Seegraszüchter*innen - sie alle verbindet eine Vision: Ihre Heimat zukunftsfest zu machen.

25 Min.
Ein Mann mit Kopfhörern sitzt hinter einem Tonbandgerät
13.09.2021

Doppelleben eines Spions - eine westdeutsche Familiengeschichte

Mitten im Abitur erfährt Pola, dass ihr Vater als Stasi-Spion gearbeitet hat. Das geheime Doppelleben zerstört die westdeutsche Familienidylle. In vielen Familien gibt es ein Geheimnis, das lange verborgen bleibt. Wenn es dann - plötzlich und unerwartet - gelüftet wird, ist der Schrecken meist groß. So wie bei Pola. Mitten im Abitur erfährt sie, dass ihr Vater Jakob fast 20 Jahre ein gefährliches Doppelleben geführt hat, als Spion in der Bonner Republik. Niemand ahnt etwas. Ihr Vater ist Spitzenbeamter im Bundesministerium, ihre Mutter Grundschullehrerin. Pola verlebt eine glückliche Kindheit. Alle gehen herzlich miteinander um, strahlen einen engen Zusammenhalt aus, unternehmen schöne Urlaube, haben einen großen und interessanten Freundeskreis. Eine Bilderbuchfamilie …. bis zu jenem Abend im Mai 1993, als Beamte des Bundeskriminalamtes an der Haustür klingeln und das Doppelleben des Vaters auffliegt. Jakob wird unter dem Verdacht, jahrzehntelang für die DDR spioniert zu haben verhaftet und am Ende wegen geheimdienstlicher Agententätigkeit zu drei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt.  Pola und ihre Mutter sind geschockt. Wie blicken sie heute auf ihren Vater, auf ihren Ehemann? Wie hat sich das Familienleben nach der Enttarnung verändert? Welche Spuren hinterlässt das Geheimnis des Vaters in der Familie?

25 Min.
Ein Fahnenmmeer zum Gesenken an den 11. September 2001
08.09.2021

20 Jahre nach 9/11: Wie sich die US-Gesellschaft verändert hat

Der Terroranschlag von 9/11 hat Menschen in den USA stark geprägt, zusammengeschweißt und später gespalten. Der 11. September 2001 hat die Welt verändert. Islamistische Terroristen entführten vier Passagierflugzeuge und steuerten sie auf Symbole US-amerikanischer Macht, das New Yorker World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium nahe Washington. Noch am Abend des Anschlags kündigte der damalige US-Präsident George Bush an, die Täter und auch denen, die ihnen Schutz böten, gnadenlos zu verfolgen. Verantwortlich gemacht wurde die radikal-islamistische Organisation Al-Kaida.   Die NATO rief erstmals den Bündnisfall aus. Im Oktober 2001 begann die US-Luftwaffe, Afghanistan zu bombardieren. Mitte November wurden die Taliban aus der Hauptstadt Kabul vertrieben, Anschlagsverdächtige im US-Gefangenenlager von Guantanamo interniert. Als 2011 US-Spezialeinheiten Osama Bin Laden, den mutmaßlichen Verantwortlichen des 9/11-Anschlags, in Pakistan töteten, schützten rund 100.000 US-Soldaten die afghanische Regierung vor den Taliban. Ende August 2021 endete mit dem Abzug der letzten Soldaten der längste Militäreinsatz der USA.   Der Terroranschlag von 9/11 mit der politischen, militärischen Aufarbeitung hat die Menschen in den USA auf vielfache Weise geprägt, zusammengeschweißt und später gespalten. Aus dem anfänglichen "Hurra-Patriotismus" haben sich neue persönliche Freundschaften, aber auch unversöhnliche politische Gegensätze entwickelt.

25 Min.
Terroranschlag vom 11. September 2011 in New York
07.09.2021

Boat Lift 9/11 - Eine (fast) vergessene Rettungsgeschichte

Bis heute ist sie die größte maritime Rettungsaktion der Geschichte. Doch sie ist auch die unbekannteste im Schatten der Terroranschläge vom 11.September 2001. Hunderttausende Menschen in New York flohen vor den Flammen und Staubwolken an der Südspitze Manhattans. Nur der Weg über das Wasser war frei. In einer spontanen Aktion wurden Fischer, Bootsführer und Fährmänner zu Helden. Innerhalb von neun Stunden brachten sie eine halbe Million Menschen in Sicherheit. In Eigenregie manövrierten sie zwischen der brennenden Südspitze Manhattans und der Küste von Staten Island oder New Jersey hin und her. "Es war ein Wunder", sagt Kapitän Rick Thornton. "Es war wie Pearl Harbour und D-Day an einem Tag." Die Bootsleute ruhten nicht, bevor der Letzte gerettet war. "Es war der teuflischste und gleichzeitig der menschlichste Tag", sagt ein Börsenmitarbeiter, wenn er sich an die Szenen erinnert. Etwa als Wallstreet-Banker eine alte Frau und ihren Hund über Kopf wie ein Surfbrett über die wartende Menge am Kai bugsierten, um sie schneller aufs Boot zu bringen. Kein US-Präsident hat die Helden dieser Rettungsaktion je geehrt. Doch Schiffsingenieurin Jessica DuLong sagt: "Geschichten wie diese dürfen nicht vergessen werden. Denn sie sind Geschichten der Menschlichkeit."

25 Min.
06.09.2021

Säkular, religiös, selbstbewusst

Jüdinnen erzählen, was es heißt, heute in Deutschland jüdisch zu sein, wo sie Antisemitismus erleben und was sie ihren Kindern vom Judentum weitergeben wollen. Künstlerin, Hebamme, Schülerin - im Alltag unterscheidet eine Jüdin wenig von anderen Frauen. Sie erzählen, was es heißt, heute in Deutschland jüdisch zu sein, wo sie Antisemitismus erleben und was sie ihren Kindern vom Judentum weitergeben wollen. Auf den ersten Blick ist eine Jüdin von einer Nicht-Jüdin kaum zu unterscheiden. Doch privat feiern sie andere Feiertage, haben am Wochenende andere Rituale, die ihre Arbeitskolleginnen nicht kennen. Die Traditionellen unter ihnen akzeptieren in der Religion die klassische Frauenrolle. Ziehen sich zum Beispiel beim Gottesdienst in der Synagoge hinter einen Vorhang zurück, damit die Männer nicht vom Gebet abgelenkt werden. Im Beruf stehen sie trotzdem ihre Frau. Die Säkularen feiern nur an ganz wichtigen Tagen religiöse Feste, halten sich selten an Speisevorschriften - und finden es trotzdem wichtig, eine Jüdin zu sein.

25 Min.
Eine Stoppuhr, im Hintergrund rauchende Schlote (Montage)
02.09.2021

Schafft die EU die Klimaziele? Brüssels Plan zur CO2-Reduzierung.

Die Europäische Union will bis 2050 klimaneutral werden. Dafür hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den "Grünen Deal" ins Leben gerufen, eine Art Masterplan für den ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Die große Idee: Klimaschutz soll keinen Verzicht bedeuten. Stattdessen soll alles neuer, moderner und sauberer werden. Mitte Juli hat die Kommission konkrete Pläne vorgestellt, wie sie den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2030 um 55 Prozent senken will: Der Verbrennungsmotor wird zum Auslaufmodell, herkömmliche Brennstoffe teurer, dafür Alternativen billiger. "Fit for 55" hat sie den Plan genannt. Dafür gab es viel Anerkennung, aber auch Kritik, weil es für Europas Bürger teuer werden könnte. Jetzt wappnen Klimaschützer, Politik und Industrie-Lobbyisten sich dafür, ihre Interessen durchzusetzen. 

26 Min.
Zwei Hände halten einen Zettel mit Terminen für die Biontech-Impfung.
31.08.2021

Das Hamburger Impfzentrum packt ein. Eine Bilanz

Bis zu 11.000 Menschen täglich bekamen seit Januar im Hamburger Impfzentrum Spritzen gegen Corona. Eine Mammutaufgabe. Die konkrete Aufgabe lautete: Impfen! Möglichst viel, möglichst effizient, in möglichst hoher Qualität, an einem Platz. Hamburg errichtete im Dezember vergangenen Jahres das bundesweit größte Impfzentrum, zentral in den leerstehenden Messehallen der Stadt. Was dann folgte, war ein ständiges Auf und Ab. Zunächst gab es wenig Impfstoff und kaum Arbeit, nur die Telefonleitungen der Kassenärztlichen Vereinigung liefen heiß. Dann nahm die Impfkampagne Fahrt auf, zu Spitzenzeiten wurden täglich mehr als Zehntausend Menschen gegen Covid-19 geimpft. Am Ende waren es dann wieder nur ein paar hundert. Hat das Impfzentrum seine Aufgabe erfüllt? Was ist gut gelaufen? Was hat nicht funktioniert? Und ist es richtig, angesichts einer anrollenden vierten Welle das Impfzentrum nun zu schließen? Der "Hintergrund" zieht am Tag der Schließung des größten deutschen Impfzentrums Bilanz.

25 Min.
Schloss Plön
30.08.2021

Plöner Gespräche: Was ist die Aufgabe von Journalisten?

Ingo Zamperoni moderiert das Gespräch mit Stefanie Gollasch, Stefan Aust und Adrian Feuerbacher Mit der Reihe "Plöner Gespräche" veranstaltet das Schleswig-Holstein Musik Festival gemeinsam mit NDR Info auf Schloss Plön jährlich eine Diskussionsrunde, die sich thematisch zwischen Politik und Kultur bewegt. Aus Anlass der in diesem Jahr Franz Schubert gewidmeten Komponisten-Retrospektive des Schleswig-Holstein Musik Festivals wird sich das "Plöner Gespräch" in diesem Jahr dem Thema "Konstruktiver Journalismus" widmen. Kann "konstruktiver Journalismus" das Weltgeschehen in einem realistischeren Kontext abbilden? Oder wird etwas Düsteres nur rosa gefärbt? Und wie sehr steht der Druck der Medien, mit negativen Meldungen Aufmerksamkeit zu gewinnen, im Weg dieser neuen Bewegung? Darüber diskutieren: Stefanie Gollasch, Chefredakteurin Kieler Nachrichten Stefan Aust, Herausgeber der Tageszeitung Die Welt Adrian Feuerbacher, Chefredakteur NDR Hörfunk

25 Min.