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Seehofers 69

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Sie leben im Chaos in Kabul, gestrandet in Moria oder zurück im idyllischen Bayern. Nawid zerschnitt sich die Arme, Abdul zeigte verzweifelt seine Zeugnisse, Basir entkam und tauchte unter. Am 3. Juli 2018, an Horst Seehofers 69. Geburtstag, wurden 69 Afghanen abgeschoben. Zurück in ein Land, in dem nach 20 Jahren NATO-Einsatz nach wie vor einer der tödlichsten Konflikte der Welt tobt. Tatsächlich konnten einige zurückkehren, als Fachkräfte, nach einem harten Kampf gegen bürokratische Windmühlen.

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Das Gelände der Abschiebe-Einrichtung am Hamburger Flughafen.
14.07.2021

(4/4) Rückkehr

Alle kennen "Frau Steiger". Eine 66-jährige Rentnerin, deren ehrenamtliche Arbeit jeden Tag um sieben Uhr beginnt.  Fast ihr ganzes Leben hat sie für die Industrie- und Handelskammer gearbeitet und weiß, dass Deutschland Fachkräfte braucht. Kurz nach dem Abschiebeflug an Seehofers 69. Geburtstag sieht sie einen Fernsehbericht über einen der Abgeschobenen. Er hat in Deutschland unbefristet im Krankenfahrdienst gearbeitet. Damals denkt sie sich: Es muss doch einen Weg geben. Und tatsächlich: Über ein Ausbildungsvisum können auch bereits Abgeschobene wieder einreisen. Doch die Hürden dafür sind hoch. Und ob sie bleiben dürfen, ist dann noch längst nicht klar. Geschichten einer Flucht, die kein Ende kennt. Eine Radio- und Podcast-Serie in vier Teilen von Armin Ghassim und Annette Kammerer. Musik: Chico Mello Regie: Dörte Fiedler Produktion: Deutschlandfunk/NDR 2021 ndr.de/radiokunst

28 Min.