Hessischer Rundfunk

Verurteilt! Der Gerichtspodcast

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Der Gerichtspodcast mit Heike Borufka und Basti Red: Die hr-Gerichtsreporterin und der Podcaster sprechen über echte Kriminalfälle, echte Gerichtsurteile, das echte Leben und das deutsche Justizsystem.

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09.06.2021

Die ermordeten Kinder der Monika Weimar | True Crime über eine ungeklärte Schuld

Verurteilt! (46) | Am 4. August 1986 verschwinden Karola und Melanie Weimar im osthessischen Philippsthal. 3 Tage später werden ihre Leichen gefunden. Die Eltern der Kinder beschuldigen sich gegenseitig. Ende Oktober wird Monika Weimar verhaftet. Das Landgericht Fulda verurteilt sie im Januar 1988 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Sie scheitert mit ihrer Revision und auch mit einer Verfassungsbeschwerde. Erst, als ein neuer Verteidiger ein neues Fasergutachten vorlegt, ordnete das Oberlandesgericht Frankfurt die Wiederaufnahme an. 1997 spricht das Landgericht Gießen Monika Weimar vorm Mordvorwurf frei. Die Staatsanwaltschaft legt erfolgreich Revision ein und im Dezember 1999 verurteilt das Landgericht Frankfurt Monika Weimar im dritten Prozess wegen Mordes. Insgesamt 15 Jahre sitzt sie ab und im August 2006 sie aus der Haft entlassen. Monika Weimar hat immer bestritten, dass sie ihre Töchter umgebracht hat.

66 Min.
12.05.2021

Schrauben gelockert, Merkel erpresst | True Crime um einen versuchten Mord

Im März 2020 bemerkt ein Lokführer das veränderte Fahrverhalten seines ICE auf der Theißtalbrücke bei Niedernhausen. Und tatsächlich Auf einer Länge von 83 Metern sind Schrauben gelockert. Bis dato sind bereits fast 400 Züge mit bis zu 300 Stundenkilometern über die Brücke gefahren. Bald darauf nimmt die Polizei einen 52-Jährigen fest. Der Mann hatte Briefe mit Hinweisen auf die Sabotage an Bundeskanzlerin Merkel geschickt. Wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr klagt ihn die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Wiesbaden an. Er habe aus Geltungssucht und heimtückisch gehandelt. Anfang 2021 wird der Mann verurteilt: zu neun Jahren und 10 Monaten wegen versuchten Mordes.

60 Min.
28.04.2021

Verurteilt! (43): Ehefrau im Müll entsorgt

Ende Oktober 2019 wird die 43 Jahre alte Iryna U. aus Frankfurt-Nied als vermisst gemeldet. Von ihrem Ehemann. Wenige Wochen später wird er selbst festgenommen und zwar wegen Mordverdachts. Im April 2021 verurteilt ihn das Frankfurter Landgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Wegen Mordes. Der 38-Jährige hat die Tat bis zum Schluss bestritten. Staatsanwaltschaft und Gericht sind aber davon überzeugt: Er hat seine Ehefrau getötet, weil er die Wohnung für sich, seine schwangere Geliebte und deren 2 Kinder haben wollte. Wie er Iryna U. getötet hat, darüber gibt es nur Spekulationen. Denn von ihrer Leiche tauchten nur noch drei Kochenfragmente auf - auf der Mülldeponie in Flörsheim-Wicker in der Nähe von Frankfurt am Main.

67 Min.
31.03.2021

Verurteilt! (41): Messermord im Hundepark

Im Mai 2018 wird im Frankfurter Niddapark eine Tote gefunden. Sie ist stark entstellt. Ihr Mörder hat mindestens 21mal zugestochen. Es dauert einige Tage, bis klar ist, dass es sich bei der Toten um die 29 Jahre alte Irina A. handelt. Kurz danach wird ihr ehemaliger Geschäftspartner als mutmaßlicher Täter festgenommen. Der 50-Jährige ist bekannt, ein Frankfurter Szenegastronom. Er soll sie getötet haben, weil er Schulden bei ihr hatte. Er bestreitet die Tat. Im März 2020 verurteilt ihn das Landgericht Frankfurt wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Er habe heimtückisch getötet, weil er sich seiner Schulden entledigen wollte. Der mutmaßliche Mörder und sein Opfer sollen Anfang 2017 noch gemeinsam den so genannten Sexmob erfunden haben. Sie hatten ein Jahr nach der Silvesternacht von Köln Medien von ähnlichen Übergriffen von Migranten in ihrer Bar bereichtet. Doch das war erfunden. Eine Woche nach ihrem Tod hätten sie sich deshalb vorm Amtsgericht Frankfurt verantworten müssen.

65 Min.
03.03.2021

Verurteilt! (40): Der Mordfall Lübcke

In der Nacht zum 2. Juni 2019 wird der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha erschossen. Knapp zwei Wochen später finden die Experten vom Landeskriminalamt auf dem Hemd von Walter Lübcke eine DNA-Spur. Sie stammt von dem mehrfach vorbestraften Rechtsextremisten Stephan Ernst. Gut drei Wochen nach der Tat gesteht er. 6 Monate später zieht er sein Geständnis zurück. Am 16. Juni 2020 beginnt der Prozess gegen ihn und gegen Markus H.. Auch er gehört zur rechten Szene. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm psychische Beihilfe zum Mord vor. Am 28. Januar 2021 verurteilt der 5. Strafsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt Stephan Ernst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe wegen Mordes, stellt die besondere Schwere der Schuld fest und behält die Sicherungsverwahrung vor. Markus H. wird vom Vorwurf der Beihilfe zum Mord freigesprochen. Er wird lediglich wegen eines Waffendelikts zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Alle Beteiligten gehen in Revision.

75 Min.