weiter lesen · rbbKultur

rbbKultur

weiter lesen

Kultur

rbbKultur und das Literarische Colloquium Berlin sind zu Beginn der Corona-Pandemie in eine Art Literatur-WG zusammengezogen: Dort tauschen wir Bücher, erzählen uns von Begegnungen mit Autor*innen, und sitzen stundenlang am Küchentisch und quatschen über Lesen, Lieben und Leben. Daraus ist ein Podcast entstanden, in dem wir über die Bücher reden, die gerade auf unserem WG-Bücherregal stehen - Bücher, die wir bemerkenswert finden, die auffallen, gefallen, zum Nachdenken anregen. Ihnen geben wir eine Bühne, unbekannten Debuts genauso wie Romanen von weltberühmten Schriftsteller*innen. Wir kommen ins Gespräch -mit den Autor*innen, Lektor*innen und Übersetzer*innen und merken immer wieder: Beim Reden über Bücher redet man automatisch auch über sich selbst.

Alle Episoden

Kira Jarmysch; © Semen Katz
08.01.2022

Kira Jarmysch: "DAFUQ"

Kira Jarmysch im Gespräch mit Natascha Freundel --- "Arrest ist in Russland zu einem Ort geworden, in den jede und jeder kommen kann", sagt die Autorin und politische Aktivistin Kira Jarmysch. Jarmysch, geboren 1989, ist seit 2014 Pressesprecherin von Russlands prominentestem Oppositionspolitiker Alexej Nawalny, der seit seiner Rückkehr aus Deutschland nach Russland vor einem Jahr in Lagerhaft sitzt. - Jarmysch selbst wurde mehrfach festgenommen, saß sieben Monate in Hausarrest und hat ihr Land verlassen, nachdem sie in Russland zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Ihr Debütroman, der 2020 in Russland erschien, basiert auf ihren eigenen Erfahrungen im Spezialarrest und erzählt von neun Tagen hinter Gittern - mit scharf gezeichneten Figuren und tragikomischen Volten. Russische Frauen unter sich: ein Kammerspiel völlig verschiedener Charaktere, wobei die Hauptfigur Anja Romanowa die einzige "Politische" ist. Jarmysch schildert aber auch das zumeist männliche Wachpersonal, darunter ein junger Polizist, der von einem starken Führer à la Stalin träumt... --- Kira Jarmysch: "DAFUQ", übersetzt von Olaf Kühl. Rowohlt Berlin, 416 S., 22 Euro --- "weiter lesen" ist eine Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin, LCB. Alle Folgen finden Sie unter www.rbbkultur.de/weiterlesen

43 Min.
0 %
László Krasznahorkai © pa/ Neumayr Fotografie - Christian L
18.12.2021

László Krasznahorkai: "Herscht 07769"

In seinem neuen Roman versammelt László Krasznahorkai ein Rudel Wölfe, Angela Merkel, Johann Sebastian Bach und eine Gruppe von Neonazis. „Herscht 07769“ spielt in einer fiktiven Kleinstadt in Thüringen. Dies dürfte Kenner des vielfach ausgezeichneten ungarischen Literaten überraschen. Der Weltbürger Krasznahorkai lebt nach Stationen in Berlin, China, der Mongolei, Japan und New York jetzt in der Hafenstadt Triest und wollte in Thüringen mehr über Johann Sebastian Bach erfahren. Das gab den Anstoß für seinen Deutschland-Roman. Im Gespräch mit Nadine Kreuzahler und Thomas Geiger erzählt László Krasznahorkai von seiner Bach-Leidenschaft, seinem Verständnis von Wirklichkeit, seiner Abscheu gegenüber der Politik und warum er zwar Kommata, aber niemals Punkte verwendet. Seit „Satanstango“ von 1985 gehört László Krasznahorkai zu den renommiertesten Schriftstellern Europas. Es folgten »Melancholie des Widerstands«, Erzählbände und zuletzt der »Roman »Baron Wenckheims Rückkehr“. Satanstango wurde von Béla Tarr verfilmt und gilt mit siebeneinhalb Stunden als einer der längsten Kinofilme aller Zeiten. „weiter lesen“ ist die gemeinsame Podcast- und Radiobühne von rbb Kultur und dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB). Das Buch: László Krasznahorkai „Herscht 07769. Florian Herschts Bach-Roman“, aus dem Ungarischen von Heike Flemming, 418 Seiten, S. Fischer.

48 Min.
0 %
weiter lesen im Studio 14 © Thomas Ernst
04.12.2021

Weihnachten! Unsere ganz persönlichen Buchtipps

Das "weiter lesen"-Team präsentiert einen bunt gemischten Büchertisch. Von Roman bis Lyrik zu Sachbuch, Graphic Novel und Bildband ist alles dabei. Auch thematisch sind unsere ganz persönlichen Büchertipps zur Weihnachtszeit so vielfältig wie das Leben selbst: Wir sprechen über den Fall Woyzeck, über die Generation Slim Fit in der Politik, über die erste große Liebe im Berlin der Achtziger Jahre, über die Neue Nationalgalerie und über den Dialog zwischen einem Tiefkühlschrank und einem Eiswürfel… Als "Special Guest" ist die Schweizer Lyrikerin Eva Maria Leuenberger dabei. Sie stellt literarische Entdeckungen aus dem englischsprachigen Raum vor. In dieser Sonderausgabe von "weiter lesen" – der Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin – geht es auch um die schönste Nebensache der Welt: das Lesen natürlich! Natascha Freundel empfiehlt: Ulrich Peltzer: "Das bist du", S. Fischer Verlag, 288 Seiten, 22,00 Euro Adam Nicolson: "Der Ruf des Seevogels", Liebeskind 2021, 368 Seiten, 36,00 Euro Donatella Di Cesare: "Philosophie der Migration", Matthes & Seitz 2021, 343 Seiten, 26,00 Euro Thomas Geiger empfiehlt: Steve Sem-Sandberg: "W.", Klett Cotta 2021, 416 Seiten, 25,00 Euro Helmut Böttiger: "Die Jahre der wahren Empfindung", Wallstein Verlag 2021, 473 Seiten, 32,00 Euro Michael Wesely: "Neue Nationalgalerie 160401-201209", Hatje-Crantz 2021, 224 Seiten, 50,00 Euro Eva Maria Leuenberger empfiehlt: Doireann Ní Ghríofa: "Ghost in the Throat", Tramp Press 2020, 224 Seiten, 12,74 Euro Mattilda Bernstein Sycamore: "The Freezer Door", Semiotext(e) 2020, 280 Seiten, Preis variiert CAConrad: "While Standing in Line for Death", Wave Books 2017, 160 S., 18,27 Euro Thorsten Dönges empfiehlt: Elias Hirschl: "Salonfähig", Roman, Zsolnay, 256 Seiten, 22,00 Euro Frédéric Ciriez/Romain Lamy: "Frantz Fanon", Graphic Novel, Hamburger Edition Mittelweg 36, 232 Seiten, vierfarbig, 25,00 Euro Ronya Othman: "Die Verbrechen", Gedichte, Hanser, 112 Seiten, 20,00 Euro Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen

53 Min.
0 %

Das "weiter lesen"-Team präsentiert einen bunt gemischten Büchertisch. Von Roman bis Lyrik zu Sachbuch, Graphic Novel und Bildband ist alles dabei. Auch thematisch sind unsere ganz persönlichen Büchertipps zur Weihnachtszeit so vielfältig wie das Leben selbst: Wir sprechen über den Fall Woyzeck, über die Generation Slim Fit in der Politik, über die erste große Liebe im Berlin der Achtziger Jahre, über die Neue Nationalgalerie und über den Dialog zwischen einem Tiefkühlschrank und einem Eiswürfel… Als "Special Guest" ist die Schweizer Lyrikerin Eva Maria Leuenberger dabei. Sie stellt literarische Entdeckungen aus dem englischsprachigen Raum vor. In dieser Sonderausgabe von "weiter lesen" – der Koproduktion von rbbKultur und dem Literarischen Colloquium Berlin – geht es auch um die schönste Nebensache der Welt: das Lesen natürlich! Natascha Freundel empfiehlt: Ulrich Peltzer: "Das bist du", S. Fischer Verlag, 288 Seiten, 22,00 Euro Adam Nicolson: "Der Ruf des Seevogels", Liebeskind 2021, 368 Seiten, 36,00 Euro Donatella Di Cesare: "Philosophie der Migration", Matthes & Seitz 2021, 343 Seiten, 26,00 Euro Thomas Geiger empfiehlt: Steve Sem-Sandberg: "W.", Klett Cotta 2021, 416 Seiten, 25,00 Euro Helmut Böttiger: "Die Jahre der wahren Empfindung", Wallstein Verlag 2021, 473 Seiten, 32,00 Euro Michael Wesely: "Neue Nationalgalerie 160401-201209", Hatje-Crantz 2021, 224 Seiten, 50,00 Euro Eva Maria Leuenberger empfiehlt: Doireann Ní Ghríofa: "Ghost in the Throat", Tramp Press 2020, 224 Seiten, 12,74 Euro Mattilda Bernstein Sycamore: "The Freezer Door", Semiotext(e) 2020, 280 Seiten, Preis variiert CAConrad: "While Standing in Line for Death", Wave Books 2017, 160 S., 18,27 Euro Thorsten Dönges empfiehlt: Elias Hirschl: "Salonfähig", Roman, Zsolnay, 256 Seiten, 22,00 Euro Frédéric Ciriez/Romain Lamy: "Frantz Fanon", Graphic Novel, Hamburger Edition Mittelweg 36, 232 Seiten, vierfarbig, 25,00 Euro Ronya Othman: "Die Verbrechen", Gedichte, Hanser, 112 Seiten, 20,00 Euro Mehr Infos unter www.rbbkultur.de/weiterlesen

Marlen Pelny © Mike Auerbach
20.11.2021

weiter lesen mit Marlen Pelny und "Liebe / Liebe"

„Mein größter Motor beim Schreiben ist immer die Wut“, sagt Marlen Pelny. In ihrem ersten Roman erzählt die Wahl-Berlinerin, Lyrikerin und Musikerin von Liebe in verschiedenen Erscheinungsformen. Was, wenn jemand es Liebe nennt, es aber in Wirklichkeit Missbrauch ist? „Liebe / Liebe“ beschreibt ein Erwachsenwerden mit schmerzenden Wunden und Narben und eine große Befreiung. Es gibt einen Ausweg und am Ende auch echte Liebe. Marlen Pelny hat lange nach einem Verlag für ihr Buch gesucht - vielen war es zu krass. Dabei findet die Autorin für all das Harte den richtigen Ton: deutlich, aber nicht voyeuristisch. Was sie wütend macht, warum es ihr wichtig war, diese Geschichte zu erzählen, welche Rolle die Sprachsteuerung Siri beim Entstehen ihrer Texte spielt und welche Beziehung sie zu Hochhäusern hat, erzählt Marlen Pelny in weiter lesen mit Nadine Kreuzahler und Thorsten Dönges.

43 Min.
0 %
Julia Franck © Monika Skolimowska/dpa
13.11.2021

Julia Franck "Welten auseinander"

Nach zehn Jahren hat die Schriftstellerin Julia Franck, bekannt vor allem mit dem Roman "Die Mittagsfrau" wieder ein Buch vorgelegt. In "Welten auseinander" kümmert sie sich radikaler als je zuvor um das Material ihrer eigenen Biographie. Sie erzählt von einem Mädchen namens Julia, das in Ostberlin geboren wird, als Achtjährige mit ihren Schwestern und ihrer Mutter in den Westen geht, mit 13 alleine nach West-Berlin zieht, ihren Vater trifft und ihre große Liebe. Im Gespräch mit Thorsten Dönges und Anne-Dore Krohn spricht Julia Franck über ihre "wilde Familie", ihre wichtige Beziehung zum Tagebuch und von der Arbeit mit und an der Erinnerung - "Welten auseinander", so die Berliner Autorin, sei "nach allen Seiten hin offen".

50 Min.
0 %