Thema des Tages

Markus Beckedahl im Interview

Wohin steuert die digitale Gesellschaft? In Berlin fand diese Woche die Re.Publica statt und suchte nach Antworten. Fast 20000 Besucher zog die Veranstaltung an, die dieses Jahr bereits zum 13. Mal stattfand. Zum ersten Mal hatte Bundespräsident Frank Walter Steinmeier, die Konferenz eröffnet. Nicht zuletzt das Motto, "Too long, didnt read", habe ihn bewegt, auf der Re.Publica zu sprechen, sagte Steinmeier. Er verstehe es als einen Weckruf hinsichtlich der politische Debattenkultur. Demokratie könne nur gelingen, wenn sie auch digital gelingt. Ähnlich äußerte sich auch die Gründer der Re:Publica Markus Beckedahl im Interview mit B5 Aktuell. Es sei Zeit, die großen Plattformen besser zu kontrollieren. "Wir hätten eigentlich vorgestern damit anfangen müssen", so Beckedahl. Auch zu umstrittenen EU-Urheberrechtsreform äußerte sich Beckedahl. Er hält es für einen Fehler, dass die Reform so schnell "durchgepeitscht" worden sei. "Das führt zu großer Politikverdrossenheit, das tut mir leid für die Demokratie". Auf der Re:publica war es zu einer langerwarteten Diskussion zwischen Beckedahl und Axel Voss (CDU). Voss hatte als zuständiger Berichterstatter die umstrittene Urheberrechtsreform maßgeblich vorangetrieben. Gegenüber B5 äußerte Beckedahl die Vermutung, dass Politiker wie Axel Voss, die Lebensrealität vieler junger Menschen nicht nachvollziehen könne. "Heute stehen viele Menschen mit einem Bein in einer Urheberrechtsverletzung, weil das Urheberrecht viel zu kompliziert ist."

7 Min. | 11.5.2019