Zeitgenossen

Charlotte Knobloch: Hemmschwellen für Antisemitismus sinken

Jahrzehntelang saß sie auf gepackten Koffern, bereit, Deutschland jeden Augenblick wieder zu verlassen. Denn nach der Pogromnacht am 9. November 1938 musste Charlotte Knobloch aus München fliehen. Die NS-Zeit überlebte sie versteckt bei einer Bauernfamilie auf dem Land. Nach dem Krieg bemühte sie sich um den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden. Als erste Frau wurde sie 2006 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Als Holocaust-Überlebende setzt sie sich unverdrossen für ein würdiges und nachhaltiges Gedenken ein. Mit großer Sorge beobachtet sie die Zunahme des Antisemitismus in ganz Europa.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
44 Min. | 20.10.2018