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MDR KULTUR

Direktorin Annegret Laabs: Wie sie das Magdeburger Kunstmuseum prägte

Gespräche · 13.01.2024 · 42 Min.
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13.01.2024
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Das Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unserer Lieben Frauen ist in Sachsen-Anhalt wohl der wichtigste Ort für internationale zeitgenössische Kunst und Skulptur, gelegen in einer romanischen Klosteranlage, die Anfang des 11. Jahrhunderts errichtet wurde und zur "Straße der Romanik" gehört. 1975 wurde das Kunstmuseum eröffnet und verweist auf eine über vierzigjährige Sammlungs- und Ausstellungsgeschichte. Auf fünf Etagen werden internationale Kunst nach 1960, historische Skulptur aus Antike, Mittelalter, Moderne, dem 20. Jahrhundert, sowie der Gegenwart gezeigt, ergänzt um Sonderausstellungen. Nach umfangreichen Sanierungen bis September 2022 ist das Kunstmuseum jetzt um eine Ausstellungsfläche reicher. Im Nordflügel wurde das Dachgeschoß für Malerei und Fotografie ausgebaut. Annegret Laabs leitet das Kunstmuseum Magdeburg seit 2001. Die promovierte Kunstwissenschaftlerin führte es kontinuierlichen in den Kreis der national und international wahrgenommenen Kunstmuseen und betreute zudem an die 20 Jahre aufwendige Sanierungs- und Umbauten. 1945 war unter anderem das Kreuzrippengewölbe im Chor der Klosterkirche durch eine Bombe zerstört und danach nicht wiedererrichtet worden. Im September 2022 gab es ein großes Eröffnungsfest und die Klosterkirche wurde nach vorangegangener zweijähriger Bauphase der Öffentlichkeit zugänglich. Das freigelegte Glockenwerk im gotischen Gebäude wird nun erstmals am 16. Januar um 21.28 Uhr zusammen mit den Glocken der Kirchen in der Altstadt an die Zerstörung Magdeburg im II. Weltkrieg erinnern. Zuvor lädt das 2006 in Berlin gegründete Sonar Quartett zu einem besinnlichen Improvisations-Konzert ins Kunstmuseum Magdeburg Kloster Unserer Lieben Frauen. Für 2024 hat Annegret Laabs ein sehr politisch motiviertes Programm entwickelt, welches in heutiger Zeit einmal mehr auf die Meinungs- und Kunstfreiheit verweist. Geplant sind die Ausstellungen "Radikale Frauen in der Kunst des 20. Jahrhunderts"mit Ulrike Rosenbach, Gabriele Stötzer und Sanja Ivekovic, Fotografie und Video von Sergey Bratkow und Malerei von Hans Hendrik Grimmling. In Eisleben wurde Annegret Laabs 1965 geboren. Bei VEB "Südharzmöbel" Eisleben absolvierte sie eine Tischlerlehre und Sachbearbeiter-Ausbildung. Nach dem Abitur studierte Annegret Laabs, bis zum Abbruch im Juni 1989 aus politischen Gründen, an der Pädagogischen Hochschule in Erfurt Germanistik, Pädagogik, Kunsterziehung. Anschließend arbeitete sie im Angermuseum Erfurt. Im Bamberg, an der Otto-Friedrich-Universität studierte Annegret Laabs von 1990 bis 1992 Kunstgeschichte, Volkskunde, Archäologie des Mittelalters und der frühen Neuzeit und anschließend bis 1995 an der Philipps-Universität Marburg Kunstgeschichte, Europäische Ethnologie/ Volkskunde. Als Stipendiatin des interdisziplinären Graduiertenkollegs "Kunst im Kontext" im Marburg wurde sie 1997 mit einer Dissertation zum Bildgebrauch Malerei und Plastik im Zisterzienserorden promoviert. 1997 bis 1998 war sie in Frankfurt am Main am Jüdischen Mus