Titanic
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Eine berührende Art der Kommunikation - Verliert Küssen an Bedeutung?

Kultur aktuell · 24.01.2024 · 7 Min.
Titanic
Erscheinungsdatum
24.01.2024
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Küssen ist ein Akt der Kommunikation, das sagt der Kommunikationswissenschaftler Hektor Haarkötter und präsentiert seine Forschungen dazu in seinem neuen Buch, das heute im S. Fischer Verlag erscheint. Haarkötter zeigt die Geschichte des Küssens von der Antike bis heute auf. Beispiele sind u.a. der Kuss in Film, in der Literatur, im Märchen und in der Kunst. Küssen hat an Popularität verloren In den 50er und 60er Jahren hat Küssen in der Öffentlichkeit oder im Film noch für Aufregung gesorgt, das ist heute nicht mehr so, sagt Haarkötter: "Das Küssen ist im Gesellschaftlichen Diskurs und damit vermutlich auch im gesellschaftlichen Verhalten offenbar im Rückgang begriffen." Was drücken wir mit Küssen aus? Kommunizieren heißt, anderen Menschen etwas mitzuteilen, erklärt Haarkötter, dafür gebe es Regeln. Aber "die Regeln haben sich massiv verändert und auch das, was wir anderen mit dem Kuss sagen, hat sich massiv verändert". In den 60er Jahren wurden z.B. "Kiss - Ins" verändert, weil man damals glaubte, mit Küssen könne man die Welt verändern. "Ganz ehrlich: Das glaubt heute niemand mehr", so Haarkötter. Küssen könnte Frieden schaffen Haarkötter stellt die These auf, dass die Welt friedlicher sein könnte, wenn die Menschen mehr küssten. Der Wandel habe auch damit zu tun, dass der Kuss in Hollywood - Filmen nicht mehr die Bedeutung habe, die er bis Mitte der 50er Jahre gehabt habe.