Eine Angestellte des Essenslieferdienstes Lieferando fährt über eine Kreuzung.
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Gewerkschaft NGG zum Lieferando-Streik: In den Zentralen gibt es Poolpartys und für die Fahrradkuriere nicht mal Urlaubsgeld

SWR Aktuell im Gespräch · 14.04.2023 · 4 Min.
Eine Angestellte des Essenslieferdienstes Lieferando fährt über eine Kreuzung.
Erscheinungsdatum
14.04.2023
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In Frankfurt werden viele Menschen heute Abend wohl hungrig bleiben - denn die Lieferando Rider, die Fahrradkuriere des Lieferdienstes, streiken ab 17 Uhr. Sie fordern einen Tarifvertrag und 15 Euro Stundenlohn. Zu dem Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätte (NGG). "75 Prozent der Kuriere nutzen ihr eigenes Fahrrad, das oft in einem schlechten Zustand ist. Außerdem haben die Unfälle der Kuriere in letzter Zeit massiv zugenommen, das sind keine guten Bedingungen", sagt NGG-Referatsleiter Mark Baumeister in SWR Aktuell. Man gebe viel Geld für Werbung und Lobbyarbeit aus, aber viel zu wenig für die Beschäftigten vor Ort. "Das ist eine Zwei-Klassen-Gesellschaft: "Die Beschäftigten in den Zentralen bekommen Poolpartys, während die Beschäftigten auf den Fahrrädern nicht mal Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld bekommen", erklärt Baumeister im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Rudolph. Sollte der Mutterkonzern von Lieferando nicht zeitnah reagieren, werde es schon bald weitere Streiks geben.