Erzbischof Stephan Burger äußert sich während einer Pressekonferenz zu Lehren aus dem Missbrauchsskandal.
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Maria 2.0 zu Missbrauch: Aufarbeitung reicht nicht

SWR Aktuell im Gespräch · 18.04.2023 · 5 Min.
Erzbischof Stephan Burger äußert sich während einer Pressekonferenz zu Lehren aus dem Missbrauchsskandal.
Erscheinungsdatum
18.04.2023
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Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der Erzdiözese Freiburg gibt es viel Kritik an der katholischen Kirche und dem Umgang mit Fällen von Missbrauch. Der Vorsitzende der Kommission, Magnus Striet, hat gesagt, das Dunkelfeld sei vermutlich noch viel größer als das, was jetzt vorgestellt werden könne. Er nannte einordnend zwar die Zahl von 540 betroffener Personen und 250 beschuldigter Priester. Allerdings betonte er den konkreten Arbeitsauftrag der Arbeitsgruppe, nämlich ausschließlich die kirchlichen Strukturen von Macht im Erzbistum Freiburg im Zusammenhang mit Missbrauch zu analysieren und darzustellen. Der Bericht über sexuellen Missbrauch durch Geistliche im Erzbistum Freiburg belastet darüber hinaus den früheren Erzbischof Robert Zollitsch. So habe Zollitsch während seiner Amtszeit das kanonische Recht - also das Kirchenrecht - im Zusammenhang mit Missbrauchsfällen komplett ignoriert. Von all dem zeigt sich die Laien-Organisation katholischer Frauen, "Maria 2.0", tief schockiert. Dieses Ausmaß habe sie nicht erwartet, sagt die Freiburger Katholikin Christa Straub von "Maria 2.0" im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerald Pinkenburg.